Schlagwort-Archiv: Gender

Three New Books From the Emerald CMS Books Series

Three new books from Emerald’s CMS Book Series:

The Ideological Evolution of Human Resource Management: A Critical Look into HRM Research and Practices (Critical Management Studies) – Sami Itani

https://www.amazon.ca/Ideological-Evolution-Human-Resource-Management-ebook/dp/B073ZK5CQX/ref=sr_1_1?s=digital-text&ie=UTF8&qid=1502482562&sr=1-1&keywords=sami+itani

Insights and Research on the Study of Gender and Intersectionality in International Airline Cultures – Albert Mills

https://www.amazon.ca/Insights-Research-Intersectionality-International-Cultures-ebook/dp/B06XKC5GBK/ref=pd_ecc_rvi_3

Making Critical Sense of Immigrant Experience: A Case Study of Hong Kong Chinese in Canada (Critical Management Studies) – Rosalie Hilde

https://www.amazon.ca/Making-Critical-Sense-Immigrant-Experience-ebook/dp/B074NW6PKX/ref=sr_1_1?s=digital-text&ie=UTF8&qid=1502482497&sr=1-1&keywords=rosalie+hilde

Community Economies – Webseite zu alternativen Formen des Wirtschaftens

Die Seite „Community Economies“ bietet zahlreiche Informationen und Ressourcen (Artikel, Videos, Unterrichtsmaterialien, praktische Handreichungen, weitere Links) zu alternativen Formen des Wirtschaftens. Entstanden ist die Seite vor dem Hintergrund der Arbeiten von Gibson-Graham (vgl. Gibson-Graham 2006a, 2006b, 2008) und der Perspektive der ‚diverse economies‘:

http://www.communityeconomies.org/Home

 

Quellen:

Gibson-Graham, J. K. (2006a): The end of capitalism (as we knew it). A feminist critique of political economy. Minneapolis: University of Minnesota Press.

Gibson-Graham, J. K. (2006b): A postcapitalist politics. Minneapolis, London: University of Minnesota Press.

Gibson-Graham, J. K. (2008): Diverse economies: performative practices for `other worlds‘. In: Progress in Human Geography 32 (5), S. 613–632.

 

 

Selbstverwaltende Betriebe: die Glashütte Süßmuth – ein Essay von Christiane Mende

„Im März 1970 übernahm zum ersten Mal in der Geschichte der Bundesrepublik eine Belegschaft ihren Betrieb in eigene Verantwortung. Angesichts des drohenden Verlusts ihrer Arbeitsplätze fanden die Beschäftigten damit eine kollektive Antwort, wie sie im letzten Drittel des 20. Jahrhunderts auch in anderen Industriegesellschaften Westeuropas, allen voran in Italien, Spanien und Frankreich, zu beobachten war. Die nun beginnende Selbstverwaltung der Glashütte Süßmuth in der nordhessischen Kleinstadt Immenhausen wurde zum Politikum.“

Quelle: Christiane Mende: Arbeiterinnenselbstverwaltung? Normalität und Aufbruch im Arbeitsalltag der Belegschaftseigenen Glashütte Süßmuth, in: Themenportal Europäische Geschichte, 2017, <www.europa.clio-online.de/essay/id/artikel-4127>.)

Christiane Mendes Essay beleuchtet den Fall dieser Betriebsübernahme insbesondere aus der Perspektive der weiblichen Beschäftigten, deren Arbeitsbedingungen und Mitbestimmung während der Zeit der Betriebsübernahme.

Die Selbstverwaltung bestand bis Ende der 1989, dann erfolgte eine Reprivatisierung. 1996 wurde die Hütte geschlossen. Weitere Informationen zur Glashütte findet sich in einem Artikel aus der ZEIT von 1973 sowie in einem Text von Gisela Notz:

http://www.zeit.de/1973/01/die-huette-der-arbeiter/komplettansicht

https://www.linksnet.de/artikel/27841

Reminder: Gedenk-Kolloquium Gertraude Krell am 22.4.2017

In Gedenken an Gertraude Krell findet an der Freien Universität Berlin ein Kolloquium statt. Das Programm umfasst Fachbeiträge und eine Podiumsdiskussion zu Gertraude Krells Forschungsschwerpunkt „Gender und Diversity“. Das Programm, ein Anmeldeformular und weitere Informationen finden Sich hier:

http://www.mvbz.fu-berlin.de/aktivitaeten/eigene-veranstaltungen/gedenkkolloquium-getraude-krell/index.html

Gedenk-Kolloquium Gertraude Krell, Samstag, 22. April 2017, 10-17 Uhr, Freie Universität Berlin

In Gedenken an Gertraude Krell (18.4.1952 – 5.1.2016) findet an der Freien Universität Berlin am 22. April 2017 ein Kolloquium  statt. Das Programm umfasst Fachbeiträge und eine Podiumsdiskussion zu Gertraude Krells Forschungsschwerpunkt „Gender und Diversity“. Hier das vorläufige Programm des Kolloquiums:

vorl-programm-gedenkkolloquium-g-krell-stand-12-2016

Master-Studiengang „Diversitätsforschung“ an der Universität Göttingen

Zum Wintersemester 2016/17 ist in Göttingen der Master-Studiengang „Diversitätsforschung“ gestartet.

Bewerbungen für das Sommersemester 2017 sind bis 15. November 2016 möglich.

Wie können individuelle Teilhabechancen gesichert und gesellschaftliche Integrationsaufgaben gelöst werden? Die Diversitätsforschung sucht unter anderem darauf Antworten, indem sie die Konstruktion sozialer Gruppen, Mechanismen von Ex- und Inklusion sowie soziale Umgangsweisen mit Differenz untersucht. Im Zentrum des neuen forschungsorientierten Studiengangs steht die Entwicklung und Bearbeitung ungleichheitsrelevanter Fragestellungen. Weitere Informationen zum Studiengang findet man im Internet unter http://www.uni-goettingen.de/de/526346.html.

Woher kommt all der reaktionäre Populismus? – Judith Butler im ZEIT-Interview

Instruktiv – Hier geht es nicht nur um das neue Buch Judith Butlers, sondern um rechten und linken Populismus, Rassismus, Prekarisierung und Vielfalt:

http://www.zeit.de/kultur/2016-10/judith-butler-donald-trump-afd-populismus-interview

Daniel Hornuff über ‚Gender-Bashing‘ als neuen Volkssport

Das der instruktive Beitrag von Daniel Hornuff einen Nerv trifft und die ‚Volkssport‘ Diagnose bestätigt, zeigen dann auch die zahlreichen Kommentare:

http://www.deutschlandradiokultur.de/angriff-auf-geschlechterforschung-gender-bashing-ist-der.1005.de.html?dram:article_id=365689

 

Neues Journal: Zeitschrift für Diversitätsforschung und ‐management (ZDFM)

Im Barbara Budrich Verlag erscheint ab diesem Jahr die Zeitschrift für Diversitätsforschung und ‐management (ZDFM). Aus der Ankündigung:

„Die Zeitschrift für Diversitätsforschung und ‐management (ZDFM) bietet ein Forum für die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit den Themen Vielfalt und Verschiedenheit sowie Heterogenität und Homogenität, soziale Ungleichheit/en, Diskriminierungen und Privilegierungen. Sie steht für die Bearbeitung dieser Fragen aus Sicht verschiedener Disziplinen aus den Geistes‐ und Kulturwissenschaften, den Lebenswissenschaften, Sozialwissenschaften sowie Wirtschaftswissenschaften – und sucht dabei explizit die Vielfalt auch in den entsprechend verschiedenen Forschungsansätzen und disziplinären Zugängen zur Diversität.“

Das Team der Herausgeber_innen:
Prof. Dr. Andrea D. Bührmann, Direktorin des Instituts für Diversitätsforschung, Sozialwissenschaftliche Fakultät, Universität Göttingen, Lehrstuhl für Soziologie der Diversität, Universität Göttingen
Prof. Dr. Ilona Ebbers, Professur für Wirtschaftswissenschaften und ihre Didaktik, Internationales Institut für Management und ökonomische Bildung, Europa‐Universität Flensburg
Prof. Dr. Brigitte Halbfas, Fachgebietsleitung Entrepreneurship Education, Universität Kassel
Dr. Iris Koall, Zentrum für Weiterbildung, Bergische Universität Wuppertal
Prof. Dr. Daniela Rastetter, Professur für Personal und Gender, Fakultät für Wirtschafts‐ und Sozialwissenschaften, Fachbereich Sozialökonomie, Universität Hamburg
Prof. Dr. Barbara Sieben, Professur für Personalpolitik, Fakultät der Geistes‐ und Sozialwissenschaften, Helmut Schmidt Universität – Universität der Bundeswehr Hamburg

Weitere Informationen gibt es hier: Neuerscheinung ZDFM 2016

Zur Verlagsseite der Zeitschrift: http://www.budrich-journals.de/index.php/zdfm

Diskurs und Ökonomie – Teil 16: Selber schuld! Das IW erklärt den Gender Pay Gap

In die aktuelle Debatte um ein „Lohngerechtigkeitsgesetz“ hat sich nun das Institut der deutschen Wirtschaft Köln zu Wort gemeldet und sieht keinen Handlungsbedarf des Staates. Die IW Studie basiert auf einer Analyse des SOEP (Sozio-Ökonomischen Panels). Die Analyse verweist wieder einmal darauf, dass Zahlen nicht für sich sprechen, sondern ihre Bedeutung erst in der diskursiven Bearbeitung und Auseinandersetzung erhalten. Zunächst zeigt die Analyse der SOEP-Daten nichts Überraschendes. In der Pressemitteilung des IW ist zu lesen:

„Ausschlaggebend für die Lohnhöhe sind unter anderem Faktoren wie Branche und Betriebsgröße. Bereits in früheren Studien hat das IW gezeigt, dass Frauen in Hochlohnbranchen unterrepräsentiert sind und tendenziell in kleineren Betrieben arbeiten. So sind gut drei Viertel aller Stellen in den – eher niedrig entlohnten – Bereichen Erziehung und Unterricht sowie im Gesundheits- und Sozialwesen von Frauen besetzt, im – eher hoch entlohnten – Verarbeitenden Gewerbe sind es weniger als drei von zehn. Zudem nehmen Frauen seltener Führungsaufgaben wahr und arbeiten häufiger in Teilzeit als Männer.“

Nun könnte eine Diskussion beginnen – für das IW ist diese aber bereits zu Ende und wir sehen eine diskursive Schließung, welche auf Grundbestände eines neoliberalen Staats- und Ökonomieverständnisses und eines damit verschränkten Verständnisses individuellen Handelns verweist:

„Um die Lohngerechtigkeit scheint es also nicht gut bestellt zu sein – oberflächlich betrachtet. Denn bei einer genaueren Analyse zeigt sich: Die Unterschiede beim Gehalt ergeben sich vor allem aus individuellen Entscheidungen.“

Und weiter:

„Die Entscheidungen über Karriere und Familie sind jedoch rein privat.“

Hier sehen wir die Konstruktion einer „autonomen“ Subjektivität, modelliert nach dem Bild des homo oeconomicus, welche etwa im Kontext der Gouvernementalitätsstudien als neoliberale Macht- und Selbsttechnologie kritisch diskutiert wird: „Da die Wahl der Handlungsoptionen als Ausdruck eines freien Willens erscheint, haben sich die Einzelnen die Folgen ihres Handelns selbst zuzurechnen.“ (Lemke et al. 2000: 30) Dies wird auch an einem letzten Zitat aus der IW Mitteilung deutlich:

„Werden diese und weitere Parameter berücksichtigt […] verkleinert sich die gesamtwirtschaftliche Lohnlücke in Deutschland auf rund 3,8 Prozent. Sie würde noch geringer ausfallen, wäre es möglich, unterschiedliches Verhalten in Gehaltsverhandlungen und abweichende Präferenzen zu berücksichtigen.“

Die Diagnose lautet also: „Selber schuld!“ Die sogenannte „individuelle Entscheidung“ markiert die Grenze dieser ökonomischen Betrachtung des Sozialen, da diese die finale Erklärung für gesellschaftliche Zusammenhänge liefert. Letztere werden dann erfolgreich atomisiert, oder wie schon Maggie Thatcher wusste: „There is no such thing as society, only individual men and women and their families.“ Warum sollte man sich als Ökonomie dann noch mit all den zahlreichen Studien auseinandersetzen, welche sich mit geschlechtsspezifischer Diskriminierung auseinandersetzen?

Quellen

Lemke, Thomas/Krasmann, Susanne/Bröckling, Ulrich (2000): Gouvernementalität, Neoliberalismus und Selbsttechnologien. Eine Einleitung. In: Bröckling, Ulrich; Krasmann, Susanne; Lemke, Thomas (Hg.): Gouvernementalität der Gegenwart. Studien zur Ökonomisierung des Sozialen. Frankfurt am Main: Suhrkamp, S.7-40.

Link zur IW Pressemitteilung: http://www.iwkoeln.de/presse/pressemitteilungen/beitrag/lohnluecke-der-staat-muss-nicht-handeln-286778

 

Diskurs und Ökonomie – Ältere Beiträge:

Zombiebanken

Virus

Kernschmelze

Gaspedal und Handbremse

„Bei aller Wertschätzung für ihre tägliche Arbeit“, oder: Arbeitskämpfe als ‚diskursive Kämpfe‘

Klettertour und Basislager

Anlegerstreik

Schwan vs. Sinn, oder: in Verteidigung der Reinheit der Ökonomie

„Die Athener Rasselbande“

Talfahrt

Blase(n)

Industrie 4.0

Im TTIP-Leseraum

Zombiefabriken