Schlagwort-Archiv: Heterotopie

Gemeinnützige Genossenschaft als Rechtsform für Alternativbetriebe

Die Frage möglicher Rechtsformen und den damit verknüpften partizipativen und basisdemokratischen Elementen ist bedeutsam für alternative Organisationsformen. Die gemeinnützige Genossenschaft stellt eine Möglichkeit dar – hierzu ein knapper Bericht über den zu den Höfen der solidarischen Landwirtschaft (SoLAWi) zählenden Vauß-Hof in der Zeitschrift contraste:

http://www.contraste.org/index.php?id=269

CfP SI Organization Studies: Organizational control and surveillance of new work practices

Abstract from the Call:

Organization Studies, the official journal of the European Group for Organizational
Studies  (EGOS),  invites  submissions  for  a  Special  Issue  that  seeks  to  advance
research  on  organizational  control  and  surveillance  of  and  through  new  work
practices.

[…]

The emergence of new work practices and workplaces, as shown by the joint search
for  more  mobility,  openness  (e.g.  with  open  innovation),  horizontality  (e.g.  with coworking  practices  and  collaborative  entrepreneurship),  digital  and  collaborative
practices (including more and more external stakeholders, e.g. customers and citizens,
in the co-production of services), has raised new questions of organizational control,
and  surveillance.  In  a  global  context  marked  by  the  invisible  revolution  of
surveillance  capitalism  (Zuboff,  2015)  and  the  resurgence  of  risk  (Beck,  1992),
security fears and terror, which have re-legitimized the need for close surveillance and
control, new work practices and workplaces have transformed the ‘premises of human
involvement in organizations’ (Kallinikos, 2003, p. 595), as well as the mechanisms
and  conditions  of  control  and  surveillance.  In  particular,  work  transformations
(project-based  work,  teleworking,  distributed  work  arrangements,  collaborative
entrepreneurship and the emergence of third and collaborative practices and spaces,
e.g.  coworking  spaces,  maker  spaces,  innovation  labs)  are  revealing  how  work
increasingly  gets  performed  outside  the  typical  physical,  spatial  and  temporal
boundaries of the organization or within the context of third spaces and liminal spaces
(Oldenburg,  1989;  Garrett  et  al.,  2017;  Sewell  and  Taskin,  2015;  Spinuzzi,  2012;
Waber et al., 2014; Johns and Gratton, 2013).

[…]

Guest Editors :  
François-Xavier de Vaujany (Université Paris-Dauphine, France)
Aurélie Leclercq-Vandelannoitte (CNRS, LEM UMR 9221, IESEG School of
Management, France)
Iain Munro (Newcastle University Business School, United Kingdom)
Yesh Nama (RMIT University, Australia)
Robin Holt (Copenhagen Business School)

Deadline for paper submissions: June, 29th 2018

Call for Papers: Call for papers_Proposal Special Issue_Organization Studies_Control_New Work Practices

 

 

Heterotopian Studies (Blog)

An interesting blog devoted to the Foucauldian concept of heterotopia: Heterotopian Studies

„The site is devoted to Michel Foucault’s ideas on heterotopia. Foucault outlines the notion of heterotopia on three occasions between 1966-67. A talk given to a group of architects is the most well-known explanation of the term. Overall, Foucault attempts to describe certain relational principles and features of a range of cultural, institutional and discursive spaces that are somehow ‘different’:  disturbing, intense, incompatible, contradictory or transforming. In a nutshell, heterotopias are worlds within worlds, mirroring and yet upsetting what is outside. Foucault provides examples: ships, cemeteries, brothels, prisons, gardens of antiquity, fairs, Turkish baths and many more.

Foucault presents a few thumb-nail sketches which he never develops into a coherent idea. And yet his tantalisingly brief words on the subject have provoked a cottage industry, producing dozens of interpretations and applications from many disciplines and professions throughout the world.

[…]

The site offers thorough on-going bibliographies, background information and resources, which are updated through my blog, a selection of personal reflections and essays and some of my own specific studies of sites related to gardens and cemeteries.“

Die Rückkehr des Dorfladens als Genossenschaft? – Ein Hausbesuch der taz

In der Wochenendausgabe der taz findet sich ein ‚Hausbesuch‘ der taz bei einer neu gegründeten Genossenschaft in Bernitt, Mecklenburg, welche den 2013 geschlossenen Konsum des Dorfes zu neuen Leben erwecken möchte:

https://www.taz.de/Archiv-Suche/!5359421&s=bernitt&SuchRahmen=Print/

Die Genossenschaft als mögliche Form, die Nahversorgung im ländlichen Raum (wieder) abzusichern, erweist sich dabei als keine ganz neue Idee. Schon einige Jahre zuvor spricht die taz von „Tante Emma 2.0“ und einer Renaissance des Dorfladens, welcher auch im konkreten Fall dieses älteren Artikels als Genossenschaft gegründet wurde:

http://www.taz.de/!5131713/

In diesem Artikel wird auch auf Schwierigkeiten – die Konkurrenz zu Discountern, Personalkosten – und gescheiterte Projekte hingewiesen, welche der durchaus intuitiven Genossenschaftsidee („Wenn den Leuten der Laden gehört, haben sie Interesse, ihn zu halten“ – so heißt es im Artikel) zuwiderlaufen. Zu eingeschliffen erscheint das Kaufverhalten, zu hoch ist der Kostendruck, Eigentum stiftet nicht automatisch Identifikation. Nun mag man wünschen, dass der Genossenschaft in Bernitt ein positiver Start beschieden ist.

Selbstverwaltete Betriebe – der Fall Vio.Me. in Griechenland

Die Idee der Selbstverwaltung und die Versuche der Organisation von selbstverwalteten Betrieben gewannen in Deutschland in den 1970er Jahren an Popularität. Vor dem Hintergrund der multiplen Krisenereignisse ab 2007ff. erlangte die Idee der Selbstverwaltung und der self-managed company als alternative, demokratische und solidarische Organisationsform wieder verstärkte Aufmerksamkeit. Einen möglicherweise exemplarischen Fall – auch hinsichtlich der Unerwünschtheit und des prekären Status selbstverwalteter Betriebe –  stellt das griechische Unternehmen Vio.Me. dar. Allerdings ist der Ausgang noch offen: Erst vor einigen Wochen scheiterte der von zahlreichen Protesten und Solidaritätsbekundungen begleitete Versuch der Versteigerung des selbstverwalteten Unternehmens. Zur Geschichte der Ereignisse siehe hier:

http://www.viome.org/

Vio.Me. war zugleich Veranstaltungsort des ‚Second Euromediterranean „Worker’s Economy“ Meeting‘ Ende Oktober 2016. Im Programm wurden zahlreiche weitere Beispiele selbstverwalteter Betriebe diskutiert:

euromedworkerseconomy.net

(Vielen Dank an Sarah Langer für den Hinweis auf Vio.Me. und die Tagung)

Neue Publikation: Hartz/Rätzer (Hrsg.): „Organisationsforschung nach Foucault“

UMS2171_KT_neu.inddDer aus dem zweiten Workshop des Forums entstandene Band ist nun im Transcript-Verlag erschienen. Auf der Verlagsseite finden sich das Inhaltsverzeichnis, eine Leseprobe, ein kleines Interview und weitere Informationen:

http://www.transcript-verlag.de/ts2171/ts2171.php

Eric Hobsbawm – vergessen wir nicht den Banditen

Im Alter von 95 Jahren ist der britische Historiker Eric Hobsbawm verstorben. Ein Nachruf findet sich unter anderem in der Süddeutschen Zeitung:

http://www.sueddeutsche.de/politik/britischer-historiker-eric-hobsbawm-ist-tot-1.1483906

Interessant bei Hobsbawm erscheint u.a. die Verschiebung des Blickwinkels von den ‚großen Männern‘ der Geschichte hin zum Ephemeren, vermeintlich ‚Kleinen‘, welches gleichwohl ‚Geschichte(n) macht‘ oder doch zumindest Ärger (vgl. „Die Banditen. Räuber als Sozialrebellen“).

„All of our Grievances are Connected“ – Declaration of the Occupation of NYC als Grafik

Wie (er)fasst man die Dinge, wie (er)schafft man „Problematisierungen“? In welchem Verhältnis stehen Ästhetik, Theorie und Praxis? Von Rachel Schragis stammt diese Visualisierung der Deklaration der Occupy-Bewegung in New York. Zum Suchen, Verirren, Lesen, Ausdrucken, an die Wand hängen oder zur Inspiration. Hier geht es zu einer zoombaren Fassung:

http://zoom.it/MFXB#full

Und hier zum Download:

http://owsposters.tumblr.com/post/12871537924/flow-chart-of-the-declaration-of-the-occupation

 

In eigener Sache: Workshop „Foucault und Organisation“

Am 19. und 20. Mai 2011 findet der zweite Workshop des Forums in Chemnitz statt. Dabei bilden konzeptionelle Fluchtlinien und empirische Perspektiven im Anschluss an Michel Foucault im Zusammenhang mit Veränderungen in und von Organisationen den diesjährigen Schwerpunkt. Zur Diskussion stehen insb. Studien zur (neoliberalen) Gouvernementalität und zu Anrufungen des Subjekts, zu Praktiken des Widerstands und der Heterotopie sowie diskurs- und dispositivanalytisch orientierte Arbeiten. Über die positive Aufnahme des Themas, die zahlreichen Einreichungen, Anfragen zur Teilnahme und schließlich auch über die konzeptionelle Breite der Beiträge haben wir uns sehr gefreut. Themen und Vortragende sind im Einzelnen:

  • Zwischen Organisationskultur und Organisationsmerkmalen: zeitgenössische Universitätsreform und unternehmerischer Aktivitätsmodus (Anna Kosmützky / Michael Borggräfe, Universität Kassel und DHV Speyer)
  • Lernservice-Infrastruktur – cui bono? Die Re-Organisation des Bildungssystems als Modus einer neoliberalen Gouvernementalität (Niels Spilker, FU Berlin)
  • Projektmanagement als Regierungsform (Yannick Kalff, Friedrich-Schiller-Universität Jena)
  • Zur Konstitution des Emotionsarbeiters (Daniela Rastetter, Universität Hamburg)
  • Diskurs- und Dispositivanalyse am Beispiel „Frauenquote“ (Gertraude Krell, FU Berlin)
  • „Catch me, if you can!“, shouts Homo oeconomicus … (Isabell Collien, FU Berlin)
  • Re-constructing age images in UK and Germany: Corporate and socio-politcal actors‘ rhetoric on age (management) discourses (Barbara Sieben / Heike Pantelmann / Michael Müller-Camen / Matt Flynn / Heike Schröder, FU Berlin und Middlesex University Business School)
  • „Emancipation from standards – Process management in the software development and its influence on technical innovations“ (Andrea Fried / Ronny Gey / Agnieta Pretorius / Lars Günther / Petrie Coetzee, TU Chemnitz und Tshwne University of Technology)
  • „Kritische Dekonstruktion“? – Ein paar Gedanken zum kritischen Potential des Sozialkonstruktivismus (Ingo Winkler , Universität Southern Denmark)
  • „Am Ende des Tages ist man immer auf sich gestellt.“ Macht und Widerstand in Medienunternehmen analysiert aus Sicht der Foucault Perspektive (Anne-Kristin Lehmann / Irma Rybnikova, TU Chemnitz)
  • Ausschließung, Einsperrung und vollkommen Anderes: Schulische Organisationen zwischen Heterotopien und panoptischen Blicken (Ina Herrmann, Universität Duisburg-Essen)

Das ganze Programm findet sich als PDF unter „Aktivitäten“.