Schlagwort-Archiv: Heterotopie

„All of our Grievances are Connected“ – Declaration of the Occupation of NYC als Grafik

Wie (er)fasst man die Dinge, wie (er)schafft man „Problematisierungen“? In welchem Verhältnis stehen Ästhetik, Theorie und Praxis? Von Rachel Schragis stammt diese Visualisierung der Deklaration der Occupy-Bewegung in New York. Zum Suchen, Verirren, Lesen, Ausdrucken, an die Wand hängen oder zur Inspiration. Hier geht es zu einer zoombaren Fassung:

http://zoom.it/MFXB#full

Und hier zum Download:

http://owsposters.tumblr.com/post/12871537924/flow-chart-of-the-declaration-of-the-occupation

 

In eigener Sache: Workshop „Foucault und Organisation“

Am 19. und 20. Mai 2011 findet der zweite Workshop des Forums in Chemnitz statt. Dabei bilden konzeptionelle Fluchtlinien und empirische Perspektiven im Anschluss an Michel Foucault im Zusammenhang mit Veränderungen in und von Organisationen den diesjährigen Schwerpunkt. Zur Diskussion stehen insb. Studien zur (neoliberalen) Gouvernementalität und zu Anrufungen des Subjekts, zu Praktiken des Widerstands und der Heterotopie sowie diskurs- und dispositivanalytisch orientierte Arbeiten. Über die positive Aufnahme des Themas, die zahlreichen Einreichungen, Anfragen zur Teilnahme und schließlich auch über die konzeptionelle Breite der Beiträge haben wir uns sehr gefreut. Themen und Vortragende sind im Einzelnen:

  • Zwischen Organisationskultur und Organisationsmerkmalen: zeitgenössische Universitätsreform und unternehmerischer Aktivitätsmodus (Anna Kosmützky / Michael Borggräfe, Universität Kassel und DHV Speyer)
  • Lernservice-Infrastruktur – cui bono? Die Re-Organisation des Bildungssystems als Modus einer neoliberalen Gouvernementalität (Niels Spilker, FU Berlin)
  • Projektmanagement als Regierungsform (Yannick Kalff, Friedrich-Schiller-Universität Jena)
  • Zur Konstitution des Emotionsarbeiters (Daniela Rastetter, Universität Hamburg)
  • Diskurs- und Dispositivanalyse am Beispiel „Frauenquote“ (Gertraude Krell, FU Berlin)
  • „Catch me, if you can!“, shouts Homo oeconomicus … (Isabell Collien, FU Berlin)
  • Re-constructing age images in UK and Germany: Corporate and socio-politcal actors‘ rhetoric on age (management) discourses (Barbara Sieben / Heike Pantelmann / Michael Müller-Camen / Matt Flynn / Heike Schröder, FU Berlin und Middlesex University Business School)
  • „Emancipation from standards – Process management in the software development and its influence on technical innovations“ (Andrea Fried / Ronny Gey / Agnieta Pretorius / Lars Günther / Petrie Coetzee, TU Chemnitz und Tshwne University of Technology)
  • „Kritische Dekonstruktion“? – Ein paar Gedanken zum kritischen Potential des Sozialkonstruktivismus (Ingo Winkler , Universität Southern Denmark)
  • „Am Ende des Tages ist man immer auf sich gestellt.“ Macht und Widerstand in Medienunternehmen analysiert aus Sicht der Foucault Perspektive (Anne-Kristin Lehmann / Irma Rybnikova, TU Chemnitz)
  • Ausschließung, Einsperrung und vollkommen Anderes: Schulische Organisationen zwischen Heterotopien und panoptischen Blicken (Ina Herrmann, Universität Duisburg-Essen)

Das ganze Programm findet sich als PDF unter „Aktivitäten“.

Der Bürger als „Störfall“ – „Die Schwarzwälder Stromrebellen“

Am 19.04. wurde im Deutschlandfunk ein interessantes Feature über die Gemeinde Schönau und die „Schwarzwälder Stromrebellen“ gesendet. Nachgezeichnet wurde der langfährige Kampf einer Bürgerinitiative für eine eigenbestimmte Energieversorgung nach der Katastrophe von Tschernobyl. Ein Lehrstück über Lokalpolitik, Energieunternehmen und den Bürger als „Störfall“.

Hier gibt es Informationen zum Feature:

http://www.dradio.de/dlf/sendungen/dasfeature/1410830/

Zum Internet-Auftritt der durch die Bürgeriniative entstandenen „Elektrizitätswerke Schönau“ geht es hier:

http://www.ews-schoenau.de/

Mit genauer Beobachtung gegen den Fatalismus – Alexander Kluge zur „Dialektik der Aufklärung“

In der Dankesrede von Alexander Kluge anläßlich der Verleihung des Adorno-Preises ist zu lesen:

„Es zeigt sich, dass eine Theorie, die von der Dialektik der Aufklärung spricht und eine Erkrankung der Vernunft von altersher und in der Moderne diagnostiziert, kein System der Schwarzmalerei darstellt und ein solches auch nicht vorschlägt. Bei genauer Beobachtung sind immer auch Elemente der Rettung … festzustellen. Aber diese Elemente liegen verstreut auseinander. Unsere geschichtliche Erfahrung besagt, dass sie selten oder nie bisher rechtzeitig zueinanderfinden. Es ist Verknüpfungsarbeit … notwendig, um das Nebeneinander von Rettung und Verhängnis, die Heterotopie, wahrzunehmen.“

Die Laudatio wurde veröffentlicht in WestEnd, Heft 1, 2010. Nachlesen kann man diese auch auf der Homepage von Alexander Kluge.