Schlagwort-Archiv: Krise

New ephemera Special Issue on ‚Organizing for the post-growth economy‘

From the announcement:

The ephemera special issue on Organizing for the post-growth economy (vol. 17, no. 1) is now available at ephemerajournal.org and in print.

Special issue editors: Christian Garmann Johnsen, Mette Nelund, Lena Olaison and Bent Meier Sørensen

Perpetual economic growth is an underlying assumption of the contemporary organization of capitalist society. The idea of growth is embedded not only in the corpus of economic thought but also in economic institutions. Against this backdrop, this special issue opens up for critical and creative thinking around organizational issues related to growth, economy, sustainability, and ecology. The contributions found in this special issue revolve around themes that are central to the problem of organizing for a post-growth economy, including such phenomena as the circular economy, carbon markets, food production, not-for-profit enterprises, and degrowth. Using a variety of theoretical resources as well as empirical material, these contributions rethink the relationship between growth and organization. The issue includes four papers, two notes, two roundtable discussions, and four book reviews.

Diskurs und Ökonomie #20: Baudrillard zu Dieselgate, oder: Skandale als Simulation ökonomischer Moral

Die Affäre um manipulierte Abgaswerte beschäftigt die Öffentlichkeit mit wechselnder Aufmerksamkeit schon recht lange. Berechtigterweise fordert man (zumindest gelegentlich) strengere Kontrollen, Tests unter ‚realistischen‘ Bedingungen, Entschädigungen etc.

Mit Baudrillard lässt sich nun dieser Skandal (und mithin weitere Skandale im ökonomischen und politischen Kontext) einmal hinsichtlich seiner grundsätzlichen Funktion für die Stabilisierung von Ökonomie (und Politik) befragen. Baudrillard nimmt in die ‚Agonie des Realen‘ konkret Bezug auf Watergate und wir können an dieser Stelle und versuchsweise einfach einmal ein anderes Gate setzen:

„Die öffentliche Anprangerung des Skandals ist stets eine Huldigung an das Gesetz. Und mit Watergate [Dieselgate, R.H.] ist es vor allem gelungen, den Eindruck zu erwecken, daß es tatsächlich einen Skandal gegeben hat – in diesem Sinne war die Affäre eine ungeheure Vergiftungsoperation. Man hat der Gesellschaft wieder eine ordentliche Dosis politischer [ökonomischer, R.H.] Moral injiziert.“ (Die Präzession der Simulakra. In: Agonie des Realen, Merve 1978, S. 26f.)

Und weiter:

„Alles, was das Kapital von uns verlangt, ist, daß wir es für rational halten oder es im Namen der Rationalität bekämpfen, daß wir es für moralisch halten oder im Namen einer Moral bekämpfen. Denn im Grunde gibt es zwei Lesarten für ein und dieselbe Sache: früher bemühte man sich einen Skandal zu dissimulieren [zu verheimlichen, R.H.] – heute bemüht man sich zu verbergen, daß es keiner ist.“ (Die Präzession der Simulakra. In: Agonie des Realen, Merve 1978, S. 27f.)

In der Perspektive Baudrillards erscheint Dieselgate dann als ‚Falle‘, als ‚Ablenkungsmanöver‘, welche eine wirkliche / reale Moralität des Ökonomischen behauptet (oder einfordert), welche de facto sowieso nicht vorhanden ist. Skandale als Simulation ökonomischer Moral oder ökonomischer Rationalität.

Das Baudrillards These – vorsichtig formuliert – wenig optimistisch hinsichtlich der Möglichkeit der Veränderung ökonomischer Praktiken stimmt, sollte nicht dazu verleiten, diese vorschnell als überspitzt zu bezeichnen. Ist in Krisen- und Skandaldiskursen doch auch immer wieder die Rede von den Selbstheilungs- und Selbstreinigungskräften des Marktes, welche möglicherweise nichts weiter als die (im Sinne Baudrillards) Simulation und Unterstellung von Rationalität oder Moral anzeigen, welche nun bedauerlicherweise und gerade in dieser Krise suspendiert waren. In der düsteren (?) Lesart Baudrillards gibt es einfach nichts, was hätte suspendiert werden können.

Aber: Lässt sich Baudrillards These aus den 1970er Jahren im Hinblick auf die Phänomene des Whistleblowing der letzten Jahre so einfach übertragen? Woher kommt dann all die Energie, Whistbleblowing so energisch zu bekämpfen und deren Protagonist_innen ruhigzustellen? Und schließlich (und hierzu konträr): Bedarf es überhaupt noch dieser Logik und Funktion des Skandals? Zeigen nicht die Absatzzahlen von VW, dass ‚man‘ ‚augenzwinkernd‘ doch ‚eigentlich‘ sowieso Bescheid weiß?

 

Diskurs und Ökonomie – Ältere Beiträge:

Zombiebanken

Virus

Kernschmelze

Gaspedal und Handbremse

„Bei aller Wertschätzung für ihre tägliche Arbeit“, oder: Arbeitskämpfe als ‚diskursive Kämpfe‘

Klettertour und Basislager

Anlegerstreik

Schwan vs. Sinn, oder: in Verteidigung der Reinheit der Ökonomie

„Die Athener Rasselbande“

Talfahrt

Blase(n)

Industrie 4.0

Im TTIP-Leseraum

Selber Schuld! Das IW erklärt den Gender Pay Gap

‚Totholz‘ und ‚Zitronen‘ – Zur Klassifikation von Beschäftigten

Bourdieu zur ökonomischen Orthodoxie

Geldschleusen und zu flutende Märkte

Selbstverwaltete Betriebe – der Fall Vio.Me. in Griechenland

Die Idee der Selbstverwaltung und die Versuche der Organisation von selbstverwalteten Betrieben gewannen in Deutschland in den 1970er Jahren an Popularität. Vor dem Hintergrund der multiplen Krisenereignisse ab 2007ff. erlangte die Idee der Selbstverwaltung und der self-managed company als alternative, demokratische und solidarische Organisationsform wieder verstärkte Aufmerksamkeit. Einen möglicherweise exemplarischen Fall – auch hinsichtlich der Unerwünschtheit und des prekären Status selbstverwalteter Betriebe –  stellt das griechische Unternehmen Vio.Me. dar. Allerdings ist der Ausgang noch offen: Erst vor einigen Wochen scheiterte der von zahlreichen Protesten und Solidaritätsbekundungen begleitete Versuch der Versteigerung des selbstverwalteten Unternehmens. Zur Geschichte der Ereignisse siehe hier:

http://www.viome.org/

Vio.Me. war zugleich Veranstaltungsort des ‚Second Euromediterranean „Worker’s Economy“ Meeting‘ Ende Oktober 2016. Im Programm wurden zahlreiche weitere Beispiele selbstverwalteter Betriebe diskutiert:

euromedworkerseconomy.net

(Vielen Dank an Sarah Langer für den Hinweis auf Vio.Me. und die Tagung)

„Dead Man Working“ – Spielfilm zum Banken- und Finanzsektor in der ARD

Heute um 20.15 Uhr läuft in der ARD der Spielfilm „Dead Man Working“, gewissermaßen ein fiktionaler Bericht aus dem Innenraum des Bankensektors. Regie führte Marc Bauder, Regisseur des Dokumentarfilms „Der Banker – Masters of the Universe“. Das verspricht also interessant zu werden. Hier der Trailer zum Film:

DEAD MAN WORKING – Trailer from bauderfilm on Vimeo.

Woher kommt all der reaktionäre Populismus? – Judith Butler im ZEIT-Interview

Instruktiv – Hier geht es nicht nur um das neue Buch Judith Butlers, sondern um rechten und linken Populismus, Rassismus, Prekarisierung und Vielfalt:

http://www.zeit.de/kultur/2016-10/judith-butler-donald-trump-afd-populismus-interview

Reminder – CfP on ‚Post-Growth Organizations‘

This is a reminder for our call for a special issue in Management Revue on Post-Growth Organizations (mrev-cfp-post-growth-organizations_PDF). Deadline for abstracts is September 30, 2016. Full papers must be submitted by 31 March 2017.

*Special Issue* Post-Growth Organization

Guest Editors:

Matthias Rätzer, Technical University Chemnitz, Germany

Ronald Hartz, Technical University Chemnitz, Germany

Ingo Winkler, University of Southern Denmark

 

Overview

For a couple of years now growth-driven societies have been in a permanent state of crisis. Since 2007 the global financial crisis and its aftermath are challenging our ideas of growth, well-being, consumption and work within global capitalism. Consequently, critical scholars in management and organization studies have begun to advocate alternative forms of organization and to problematize the collective imagination that ‘there is no alternative to growth’ (Parker et al. 2014; Atzeni 2012).

One important analytical dimension within the search for alternatives relates to the limits of growth in its economic, ecological and social dimension. For example, Meadows et al. (2004) explicate that a finite (world) system cannot handle an everlasting orientation toward growth without running into a collapse. Hirsch (1976) argues that social rise in a stratified society smolders, leading to social imbalances in the long term. Several authors discuss economic restrictions under the name of de-growth (Georgescu-Roegen 1977; Latouche 2009; Martínez Alier et al. 2010; Schneider et al. 2010; Kallis 2013). Schneider et al. (2010) point towards unfulfilled expectations in the context of creating win-win-situations and question the possibility of sustainable growth through technological and efficiency improvements. Relative to the social context, others discuss the label steady-state-economy, which challenges the relationship between growth and labor, solvency and consolidated public finances (Daly 1972, 1973; Lawn 2011; Blauwhof 2012).

However, there exist only few contributions discussing organizational alternatives to an orientation toward growth (Cheney et al. 2014). Some authors address growth neutral enterprises (Bakker et al. 1999; White/White 2012). Others note that neither governments nor private sector executives have any incentives supporting the development of a post-growth environment (e.g. Latouche, 2006; Ayres, 2008; Martínez Alier 2009). Therefore, the specific aim of this special issue is to substantiate the debate on post-growth, steady-state and de-growth from an organizational perspective. How can organizations respond to the limits of economic growth? How can organizations, from a post-growth perspective, promote their social worth as opposed to their monetary worth? How can organizations implement the elements of a post-growth economy, such as cutting-down and slowing down, a balance between sufficiency and dependency on consumption, institutional innovations for the society, the environment and regional economy (Paech, 2016)?

In addressing post-growth organizations (PGOs), we assume alternative organizations, featuring individual autonomy and respect, an orientation towards solidarity and cooperation, and responsibility to the future (Parker et al., 2014) to constitute a fertile ground for PGOs. Furthermore, we could imagine PGOs to develop from associations, growth neutral enterprises, co-operations, solidarity organizations, grass-root movements or even ‘traditional’ enterprises. Eventually, we do not restrict our focus on PGOs to the economic domain, but also take social and ecologic concerns, such as social entrepreneurs, into account. We call for contributions discussing different perspectives on PGOs, investigating their characteristics and limits. Furthermore, we embrace contributions investigating the range and coverage of PGOs as an organizational possibility in a future, post-growth society.

The contributions to this special issue should address one or more of the following questions:

– What characterizes the organization and the management of ‘post-growth organizations’ (PGOs)?

– Which role do the principles of autonomy, solidarity and responsibility play in PGOs? What kind of problems, contradictions and conjoint amplification are observable regarding these principles?

– Do PGOs enable us to cure some of the organizational ills created by a narrow focus on economic growth?

– What are the limits and prospects of PGOs in the transformation of capitalism?

– What organizational practices, tools and instruments are important in PGOs (e.g. accounting practices, compensation practices, decision making, regulations of working time, work-life balance, forms of participation etc.)?

– Is it possible to turn traditional organizations into PGOs?

– Which strategies (e.g. overcoming of externally defined difficulties, internal processes of storytelling, micro politics, adjustment of power) can be identified in the constitution and management of PGOs and which practices in PGOs are working well and which are not?

This is not an exhaustive list.

*Deadline* Potential contributors to the *Special Issue of Management Revue* are encouraged to submit an abstract of 1-2 pages before *30 September 2016* electronically via the online submission system at http://www.management-revue.org/submission/ using ‘Post-Growth Organization’ as article section.

Contributors will receive feedback and an invitation to submit a full paper by the end of October 2016. Full papers must be submitted by *31 March 2017*. All contributions will be subject to a double-blind review. Papers invited to a ‘revise and resubmit’ are due *31 August 2017*.

*Looking forward to hearing from you!*

Matthias Rätzer (matthias.raetzer@wirtschaft.tu-chemnitz.de) Ronald Hartz (ronald.hartz@wirtschaft.tu-chemnitz.de) Ingo Winkler (inw@sam.sdu.dk)

References

Atzeni, Maurizio (Ed.) (2012): Alternative Work Organizations. London: Palgrave Macmillan. Ayres, Robert U. (2008): Sustainability Economics: Where do we stand?. In: Ecological Economics, 67 (2), 281-310.

Blauwhof, Frederik B. (2012): Overcoming accumulation: Is a capitalist steady-state economy possible?. In: Ecological Economics, 84, 254-261.

Cheney, George/ Santa Cruz, Iñaki/ Peredo, Ana Maria/ Nazareno, Elías (2014): Worker cooperatives as an organizational alternative: Challenges, achievements and promise in business governance and ownership. In: Organization, 21 (5), 591-603.

Daly, Herman E. (1972): In Defense of a Steady-State Economy. American Journal ofAgricultural Economics, 54(5), 945-954.

Daly, Herman E. (1973):Toward a Steady-State Economy. San Francisco: Freeman. Daly, Herman E. (1991): Steady-State Economics. 2. Edition. Washington [u.a.]: Island.

Georgescu-Roegen, Nicholas (1977): The steady state and ecological salvation: a thermo-dynamic analysis. Bioscience, 27(4), 266­70.

Kallis, Giorgos (2011): In defense of degrowth. In: Ecological Economics, 70, 873-880. Lawn, Philip (2011): Is Steady-State Capitalism Viable? A Review oftheIssuesand an Answer in the Affirmative. In: Costanza, Robert/ Limburg, Karin/ Kubiszewski, Ida (Ed.): Annals of the New York Academy of Sciences, 1219, 1­25.

Martínez Alier, Joan (2009): Socially Sustainable Economic De-growth. In: Development and Change, 40 (6), 1099-1119.

Martínez Alier, Joan/ Pascaul, Unai/ Vivien, Franck-Dominique/ Zaccai, Edwin (2010): Sustainable de-growth: Mapping the context, criticism and future prospects of an emergent paradigm. In: Ecological Economics, 69, 1741-1747.

Parker, Martin/ Cheney, George/ Fournier, Valérie/ Land, Chris (Ed.) (2014): The Routledge Companion to Alternative Organization. London [u.a.]: Routledge.

Schneider, François/ Kallis, Giorgos/ Martínez Alier, Joan (2010): Crisis or opportunity? Economic degrowth for social equity and ecological sustainability. Introduction to this specialissue. In: Journal of Cleaner Production, 18, 511-518.

White, Doug/White, Polly (2012): Why Some Entrepreneurs Choose Not to Grow Their Businesses. In: Business Review USA, 9th March, http://www.businessreviewusa.com/finance/4048/Why-Some-Entrepreneurs-Choos e-Not-to-Grow-Their-Businesses.

Alternative Economic Futures – Academy of Management Perspectives

Interesting and right on time!
Symposium

Alternative Economic Futures: A Research Agenda for Progressive Management Scholarship
Paul S. Adler
ACAD MANAGE PERSPECT 2016; 30:123-128 doi:10.5465/amp.2016.0054

 

Can an Economy Survive Without Corporations? Technology and Robust Organizational Alternatives
Gerald F. Davis
ACAD MANAGE PERSPECT 2016; 30:129-140 doi:10.5465/amp.2015.0067

 

Community Wealth Building Forms: What They Are and How to Use Them at the Local Level
Steve Dubb
ACAD MANAGE PERSPECT 2016; 30:141-152 doi:10.5465/amp.2015.0074

 

Constructing Chains of Enablers for Alternative Economic Futures: Denmark as an Example
Peer Hull Kristensen
ACAD MANAGE PERSPECT 2016; 30:153-166 doi:10.5465/amp.2015.0152

 

Knowledge-Intensive Work And The (Re)emergence Of Democratic Governance
Anna Grandori
ACAD MANAGE PERSPECT 2016; 30:167-181 doi:10.5465/amp.2015.0133

New Publication: Stories of Adoration and Agony – The Entanglement of Struggles for Recognition, Emotions and Institutional Work (together with Gabriele Fassauer)

We (Gabriele Fassauer and Ronald Hartz) have just published an article in Schmalenbach Business Review, which is now available as ‚Online First‘:

http://link.springer.com/article/10.1007/s41464-016-0015-6

Abstract

In research on organizations, the institutional work perspective plays
a pivotal role in elaborating on the various instances of agency that aim to create,
maintain, and disrupt institutional orders. However, the particular effects of emotions
on processes of institutional work have been rarely addressed so far. In this paper,
we focus on the emotions as an ambivalent driver of institutional work. We do
this by introducing Axel Honneth’s socio-philosophical approach on “struggles for
recognition”. In particular, we analyze how emotions trigger institutional work in
terms of a person’s entry as well as non-entry into struggles for recognition. For this,
we suggest an analytical framework which focuses on seductive as well as agonizing
aspects of relations of mutual recognition. We give evidence to our approach by an
exploration of autobiographical accounts of former employees of investment banks,
published in the context of the global financial crisis.

DOI
10.1007/s41464-016-0015-6

Diskurs und Ökonomie – Teil 11: Talfahrt

Seit Jahresbeginn wurde mit dem Rubel, den Börsen und dem Ölpreis medial so einiges auf Talfahrt geschickt:

„Bereits zum zweiten Mal in dieser Woche hat das Chaos an den Börsen in China auch die Kurse in Amerika und Europa auf Talfahrt geschickt.“ (Quelle: http://boerse.ard.de/marktberichte/dax-und-noch-ein-tag-mit-verlusten100.html)

„Der deutsche Aktienmarkt ist im Sog des fortgesetzten Ölpreisrutsches einmal mehr auf Talfahrt gegangen.“ (Quelle: http://www.faz.net/agenturmeldungen/dpa/oelpreisrutsch-zieht-dax-weiter-nach-unten-14001623.html)

„Der russische Rubel hat seine Talfahrt am Freitag weiter fortgesetzt und ein neues Rekordtief erreicht.“ (Quelle: http://www.handelsblatt.com/finanzen/maerkte/devisen-rohstoffe/neues-rekordtief-rubel-setzt-talfahrt-fort/10886708.html)

Interdiskursiv betreten wir hier das Bildfeld des Sports. Zur Symbolik der Talfahrt zwei Anmerkungen:

Eine Talfahrt verspricht erstens Spannung und Abenteuer, assoziiert zugleich jene „Kultur der Gefahr“ (Foucault), welche der populären Erzählung des Ökonomischen eigen ist. Wird die Fahrt mit einem Crash enden? Werden wir ohne Schrammen und Verletzungen im Tal ankommen? Und vor allem: Wird sich an diese Talfahrt, möglicherweis nach dem Durchschreiten der ‚Talsohle‘, auch eine Bergfahrt anschließen?

Zweitens erscheint die Talfahrt im ökonomischen Diskurs als ein Widerfahrnis. Niemand tritt freiwillig die Talfahrt an. Vielmehr wird man im Regelfall ‚auf Talfahrt geschickt‘. Und dies wiederum von mythischen Aktanten (‚die Börsen in China‘, ‚der Ölpreis‘).

Obgleich die Talfahrt somit im ökonomischen Diskurs eine negative Entwicklung anzeigt, ermöglichen die damit verbundenen assoziativen Verknüpfungen, das negative Moment als sportive, mit Nervenkitzel versehene Herausforderung zu lesen. Einmal mehr evoziert die Symbolik in ihrem spezifischen Widerfahrnischarakter zugleich der Erzeugung des Bildes anonymer Kräfte, welche die Geschicke der Ökonomie und der Gesellschaft bestimmen.

Hier noch der Verweis auf die bisher andiskutierten Symbolisierungen des Ökonomischen:

Zombiebanken

Virus

Kernschmelze

Gaspedal und Handbremse

Klettertour und Basislager