Schlagwort-Archiv: Ökologie

Workshop: Unternehmen zwischen Zukunftsfähigkeit und Wachstumszwang – Call for Papers

Vom 17. bis 19. November 2017 findet in Hannover ein Workshop zum Thema „Unternehmen zwischen Zukunftsfähigkeit und Wachstumszwang“ statt. Beiträge können noch bis zum 30. September eingereicht werden. Aus dem Call:

„Trotz den Erfolgen der Umweltpolitik werden „planetare Grenzen“ wegen wirtschaftlicher Expansion immer weiter überschritten. Gleichzeitig werden auch die sozialen Versprechen der Wachstumspolitik zunehmend gebrochen und die Polarisierungen nehmen regional, wie sozial immer weiter zu. Sowohl Staaten als auch einige Unternehmen stellen Wachstumspolitik jedoch als nahezu alternativlos dar. Liegt dies an einem kulturellen Phänomen, einem „Wachstumsparadigma in den Köpfen“? Oder spielen vielmehr systemische Zwänge eine Rolle, denen Unternehmen und Staaten unterliegen, weil ohne Wachstum die Existenz bedroht oder ökonomische und soziale Stabilität gefährdet sind? Wie lässt sich dies mit der Empirie verbinden, dass viele kleine und mittelständische Unternehmen gar nicht wachsen?

Wir suchen deshalb innerhalb und außerhalb der Marktwirtschaft Entwicklungspfade, die Abhängigkeit von Wachstum zu überwinden. Sowohl unternehmerische System-Innovationen und Neugründungen als auch Transformationspfade innerhalb bestehender Unternehmungen bieten hier Potentiale.

Inhaltliches Ziel dieses Workshops ist es, durch die Beiträge der Teilnehmenden die Möglichkeiten und Grenzen unternehmerischen Handelns für eine zukunftsfähige Ökonomie jenseits des Wachstums auszuloten. Dafür nehmen wir insbesondere Wachstumszwänge auf unternehmerischer Ebene in den Blick und analysieren ihre Einbettung in makroökonomische Strukturen. Auf dieser Basis werden wir untersuchen, welche Maßnahmen nötig sind, um die Abhängigkeit vom Wachstum zu lösen. Darüber hinaus wollen wir auf dem Workshop gemeinsame Prozesse oder Projekte entwickeln, um noch offene Forschungsfragen zu bearbeiten und zu evaluieren, ob unsere Erkenntnisse für die unternehmerische Praxis relevant sind.

Wir freuen uns auf Beiträge, welche Sie bis zum 30. September 2017 an Jonathan Barth einreichen können. Sie können uns bereits publizierte Artikel oder eigens angefertigte Papiere (mindestens 10.000 Zeichen, inkl. Leerzeichen) zusenden. Diese Beiträge dienen als Bewerbung zum Workshop, der in einer kollaborativen und diskursiven Atmosphäre mit 15-20 Teilnehmer*innen stattfinden wird. Der Workshop ist eine Kooperation von Zoe – Institut für zukunftsfähige Ökonomien, Arbeitsgruppe Wachstumszwang der Vereinigung für ökologische Ökonomie und der Wissenschaftlicher Arbeitsgruppe nachhaltiges Geld und knüpft an den Workshop im Februar 2017 an.“

Weitere Informationen gibt es hier: http://geld-und-nachhaltigkeit.de/events/workshop-zukunftsfaehige-unternehmen/

 

Post-Capitalistic Politics in the Making: Practices of Alternative Economics – Special Issue, Organization 24(5)

Special Issue: Post-Capitalistic Politics in the Making: Practices of
Alternative Economics, Organization 24(5)

http://journals.sagepub.com/toc/orga/24/5

EDITORIAL
————————-
Post-capitalistic politics in the making: The imaginary and praxis of
alternative economies
Patrizia Zanoni, Alessia Contu, Stephen Healy, Raza Mir

ARTICLES
————————-
Entrepreneurial reproductive labor as alternative economic practice: The
ambivalent discourse of seasonal consignment sales
Alexis Bryson, Sarah E. Dempsey

The illusion of the digital commons: ‘False consciousness’ in online
alternative economies
Marinus Ossewaarde, Wessel Reijers

Alternative organizations in finance: Commoning in complementary
currencies
Camille Meyer, Marek Hudon

Spaces of open-source politics: Physical and digital conditions for
political organization
Emil Husted, Ursula Plesner

Supporting alternative organizations? Exploring scholars’ involvement
in the performativity of worker-recuperated enterprises
Susana C Esper, Laure Cabantous, Luciano Barin-Cruz, Jean-Pascal Gond

Gemeinnützige Genossenschaft als Rechtsform für Alternativbetriebe

Die Frage möglicher Rechtsformen und den damit verknüpften partizipativen und basisdemokratischen Elementen ist bedeutsam für alternative Organisationsformen. Die gemeinnützige Genossenschaft stellt eine Möglichkeit dar – hierzu ein knapper Bericht über den zu den Höfen der solidarischen Landwirtschaft (SoLAWi) zählenden Vauß-Hof in der Zeitschrift contraste:

http://www.contraste.org/index.php?id=269

Solidarische Landwirtschaft (SoLaWi) – Beitrag auf Zeit-Online

Die Solidarische Landwirtschaft (SoLaWi) hat es nun auch in den Karriereteil von Zeit-Online geschafft. Argumentiert wird u.a., dass vor dem Hintergrund niedriger Milch- und Getreidepreise und mithin ökonomischer Unsicherheit das Mitgliedermodell der SoLaWis ein gesichertes Einkommen für die Höfe ermögliche. Gleichwohl verbleiben die erzielten Einkünfte unter dem gesetzlichen Mindestlohn.

http://www.zeit.de/karriere/beruf/2017-04/solidarische-landwirtschaft-bauern-nachwuchs-jobalternativen

New ephemera Special Issue on ‚Organizing for the post-growth economy‘

From the announcement:

The ephemera special issue on Organizing for the post-growth economy (vol. 17, no. 1) is now available at ephemerajournal.org and in print.

Special issue editors: Christian Garmann Johnsen, Mette Nelund, Lena Olaison and Bent Meier Sørensen

Perpetual economic growth is an underlying assumption of the contemporary organization of capitalist society. The idea of growth is embedded not only in the corpus of economic thought but also in economic institutions. Against this backdrop, this special issue opens up for critical and creative thinking around organizational issues related to growth, economy, sustainability, and ecology. The contributions found in this special issue revolve around themes that are central to the problem of organizing for a post-growth economy, including such phenomena as the circular economy, carbon markets, food production, not-for-profit enterprises, and degrowth. Using a variety of theoretical resources as well as empirical material, these contributions rethink the relationship between growth and organization. The issue includes four papers, two notes, two roundtable discussions, and four book reviews.

Commons / Gemeingüter im Film

Von Silke Helfrich und der Heinrich-Böll-Stiftung sind inzwischen zwei umfangreiche Bände zur Thematik der Commons / Gemeingüter erschienen. Beide Bände stehen unter einer Creative Commons Lizenz:

Helfrich, Silke; Heinrich-Böll-Stiftung (Hg.) (2012): Commons. Für eine neue Politik jenseits von Markt und Staat. Bielefeld: transcript. http://www.transcript-verlag.de/978-3-8376-2835-7/commons)

Helfrich, Silke; Heinrich-Böll-Stiftung (Hg.) (2015): Die Welt der Commons. Muster gemeinsamen Handelns. Bielefeld: transcript. http://www.transcript-verlag.de/978-3-8376-3245-3/die-welt-der-commons

Im zweiten Band findet sich eine instruktive Aufzählung von Filmen über die Commons, welche auch in der Lehre eingesetzt werden können. Hier der entsprechende Auszug sowie Verlinkungen:

»Gemeingüter? Was ist das?«
Ein dreiminütiges Erklärstück, das 2010 im Auftrag der Heinrich-Böll-Stiftung für eine internationale Commons-Konferenz in Berlin erstellt wurde und bisher auch in Englisch, Französisch, Spanisch und Italienisch zur Verfügung steht; gut einsetzbar für Einführungen ins Thema:

»This Land is Our Land. The Fight to Reclaim the Commons«
Der englischsprachige Dokumentarfilm, ebenfalls aus dem Jahr 2010, wurde von Jeremy Earp und Sut Jhally produziert. Das Skript stammt von David Bollier (Mitherausgeber dieses Bandes) und Jeremy Earp; Länge: 46 Minuten. Schwerpunkte sind die Einhegungsprozesse der letzten Jahrzehnte. Die Commons-Bewegung wird hier in den Kontext traditionellen Community-Engagements gestellt und zugleich als beginnende internationale Bewegung skizziert:

www.mediaed.org/cgibin/commerce.cgi?preadd=action&key=146

»Commons in Action«
Die Wissenschaftsvereinigung International Association for the Study of Commons
(IASC) produziert seit 2013 eine Serie von englischsprachigen Kurzfilmanimationen,
»Commons in Action«, unter dem Motto: »Commons sind heute Realität«. Hier zu sehen:

Sie führen kurz und knapp in einige zentrale Konzepte ein und stellen
internationale Projekte vor, meist Preisträger der IASC. Nützlich und gut drei
Minuten lang ist auch die Einführung in den Begriff:

»The Commons. Beyond the State, Capitalism and the Market«
Dieses 36-minütige, englischsprachige Video, in dem auch eine geistesgeschichtliche
Einordnung, beispielsweise über Eigentumskonzepte, vorgenommen wird, veröffentlichte das links-libertäre Anarchist Collective im Jahr 2013. Nicht nur zentrale Begriffe wie Einhegungen, Resilienz oder Fülle werden erläutert, sondern auch die Desig-Prinzipien für langlebige Commons-Institutionen von Elinor Ostrom et al. Hier zu sehen:

und hier nachzulesen:

https://theleftlibertarian.wordpress.com/2013/09/11/thecommons-beyond-the-state-capitalism-and-the-market/

»The Promise of the Commons«
»Das Versprechen der Commons« wurde im Jahr 2014 von John D. Liu sowie der indischen Nichtregierungsorganisation Foundation for Ecological Security (FES) produziert. Besondere Aufmerksamkeit kommt der Umweltsituation im globalen Süden zu. Auf Youtube finden sich verschiedene Ausschnitte aus diesem insgesamt 50-minütigen Beitrag in englischer Sprache:

»Better No More. Principles and Practices towards the next Economy«
Dieses 5-minütige Video in englischer Sprache ist eine Produktion von Kontent
Film, USA, sowie der Edge Funders Alliance, einem internationalen Zusammenschluss
kritischer Stiftungen und Geberorganisationen. Der Film entstand 2015
und konzentriert sich auf vier Aspekte der Commons: Natur entkommerzialisieren,
Arbeit neu denken, Wissen befreien, Wohlstand demokratisieren.

www.kontentfilms.com/work/genres/shorts/better-not-more

»The Commons«
Fünf Jahre hat der Filmemacher Kevin Hansen an diesem Dokumentarfilm gearbeitet.
Entstanden ist ein Film über Gemeinschaften aus aller Welt, die nach alten Commons-Prinzipien wirtschaften. 49 Gemeinschaften in Nord- und Südamerika, Asien und Europa wurden interviewt. Sie erklären, wie sie Commons über Jahrhunderte lebendig halten. »Commons«, so Hansen, »sind ein alt-neuer Open-Source-Code rund ums Teilen von Ressourcen«. Die Website zum Film:
http://commonsfilm.com/

Filme von A bis Z … – ein Update

Die Rubrik „Filme von A bis Z …“ hat ein kleines Update erhalten:

Filme von A bis Z …

Neben zwei neuen Links zu Filmsammlungen werden nun auch ausgewählte Hinweise auf Filme und Dokumentationen aus diesem BLOG dort nochmals gesondert angeführt.

Weitere Hinweise sind stets willkommen!

„Degrowth in Movement(s)“ / „Degrowth in Bewegung(en)“ – Multimedia Projekt

Man darf auf die noch entstehenden Beiträge gespannt sein.

Aus der Ankündigung:

Degrowth ist nicht nur ein neues Label für eine Diskussion über Alternativen oder eine akademische Debatte, sondern auch eine im Entstehen begriffene soziale Bewegung. Trotz vieler Überschneidungen mit anderen sozialen Bewegungen gibt es sowohl bei diesen als auch in Degrowth-Kreisen noch viel Unkenntnis über die jeweils anderen. Hier bietet sich viel Raum für gegenseitiges Lernen.

Wie steht Degrowth im Verhältnis zu anderen sozialen Bewegungen? Was kann die Degrowth-Bewegung von diesen lernen? Und was können andere soziale Bewegungen wiederum voneinander sowie von Degrowth-Ideen und -Praktiken lernen? Welche gegenseitigen Anregungen aber auch welche Spannungen gibt es? Und wo könnten Bündnisse möglich sein?

Diesen Fragen gehen 32 Vertreter_innen von sozialen Bewegungen, alternativökonomischen Strömungen und Initiativen in Essays nach.

Zum Projekt: http://www.degrowth.de/de/dib/degrowth-in-bewegungen/