Schlagwort-Archiv: Recht

Gemeinnützige Genossenschaft als Rechtsform für Alternativbetriebe

Die Frage möglicher Rechtsformen und den damit verknüpften partizipativen und basisdemokratischen Elementen ist bedeutsam für alternative Organisationsformen. Die gemeinnützige Genossenschaft stellt eine Möglichkeit dar – hierzu ein knapper Bericht über den zu den Höfen der solidarischen Landwirtschaft (SoLAWi) zählenden Vauß-Hof in der Zeitschrift contraste:

http://www.contraste.org/index.php?id=269

Mehr Demokratie im Betrieb. Aber wie? – Diskussionsveranstaltung Uni Duisburg-Essen am 24.1.17 | reblogged from Employment Relations

Mehr Demokratie im Betrieb. Aber wie? Dienstag, 24.01.2017, 18:00 Uhr R14 R00 A04 – Audimax Veranstalter: Prof. Dr. Werner Nienhüser, Lehrstuhl für Arbeit, Personal und Organisation an der Universi…

Quelle: Mehr Demokratie im Betrieb. Aber wie? – Diskussionsveranstaltung Uni Duisburg-Essen am 24.1.17 | Employment Relations

Die Rückkehr des Dorfladens als Genossenschaft? – Ein Hausbesuch der taz

In der Wochenendausgabe der taz findet sich ein ‚Hausbesuch‘ der taz bei einer neu gegründeten Genossenschaft in Bernitt, Mecklenburg, welche den 2013 geschlossenen Konsum des Dorfes zu neuen Leben erwecken möchte:

https://www.taz.de/Archiv-Suche/!5359421&s=bernitt&SuchRahmen=Print/

Die Genossenschaft als mögliche Form, die Nahversorgung im ländlichen Raum (wieder) abzusichern, erweist sich dabei als keine ganz neue Idee. Schon einige Jahre zuvor spricht die taz von „Tante Emma 2.0“ und einer Renaissance des Dorfladens, welcher auch im konkreten Fall dieses älteren Artikels als Genossenschaft gegründet wurde:

http://www.taz.de/!5131713/

In diesem Artikel wird auch auf Schwierigkeiten – die Konkurrenz zu Discountern, Personalkosten – und gescheiterte Projekte hingewiesen, welche der durchaus intuitiven Genossenschaftsidee („Wenn den Leuten der Laden gehört, haben sie Interesse, ihn zu halten“ – so heißt es im Artikel) zuwiderlaufen. Zu eingeschliffen erscheint das Kaufverhalten, zu hoch ist der Kostendruck, Eigentum stiftet nicht automatisch Identifikation. Nun mag man wünschen, dass der Genossenschaft in Bernitt ein positiver Start beschieden ist.

Selbstverwaltete Betriebe – der Fall Vio.Me. in Griechenland

Die Idee der Selbstverwaltung und die Versuche der Organisation von selbstverwalteten Betrieben gewannen in Deutschland in den 1970er Jahren an Popularität. Vor dem Hintergrund der multiplen Krisenereignisse ab 2007ff. erlangte die Idee der Selbstverwaltung und der self-managed company als alternative, demokratische und solidarische Organisationsform wieder verstärkte Aufmerksamkeit. Einen möglicherweise exemplarischen Fall – auch hinsichtlich der Unerwünschtheit und des prekären Status selbstverwalteter Betriebe –  stellt das griechische Unternehmen Vio.Me. dar. Allerdings ist der Ausgang noch offen: Erst vor einigen Wochen scheiterte der von zahlreichen Protesten und Solidaritätsbekundungen begleitete Versuch der Versteigerung des selbstverwalteten Unternehmens. Zur Geschichte der Ereignisse siehe hier:

http://www.viome.org/

Vio.Me. war zugleich Veranstaltungsort des ‚Second Euromediterranean „Worker’s Economy“ Meeting‘ Ende Oktober 2016. Im Programm wurden zahlreiche weitere Beispiele selbstverwalteter Betriebe diskutiert:

euromedworkerseconomy.net

(Vielen Dank an Sarah Langer für den Hinweis auf Vio.Me. und die Tagung)

Interesting Call for Papers – „Organizing Outsiders and their Spaces“ on 17th Annual Ethnography Symposium in Manchester

The stream „Organizing Outsiders and their Spaces“  is part of the 12th Annual Ethnography Symposium at the University of Manchester next year (30th August – 1st September 2017). Keynote speakers will be: Professor Emma Crewe (SOAS, University of London); Professor Bruno Latour (Sciences Po); Professor Bill Maurer (University of California, Irvine) and Professor Hugh Willmott (CASS Business School, London).

Convenors of Stream 20: „Organizing Outsiders and their Spaces“ are Mona Florian, Jana Costas (European University Viadrina) and Gideon Kunda (Tel Aviv University).

You can submit an abstract or proposal (not more that 500 words) by Tuesday 28th February 2017 to florian@europa-uni.de. Decisions on acceptance will be made by 30th March 2017.

More information about the conference:

http://www.confercare.manchester.ac.uk/events/ethnography/

The Call for Paper: stream-20_organizing-outsiders-and-their-spaces-1

“Legitimität in den industriellen Beziehungen” – GIRA-Jahrestagung 2016 in Chemnitz | Employment Relations

Die Tagung findet am 27. und 28. Oktober 2016 in Chemnitz statt.                  Schwerpunktthema: Legitimität in den industriellen Beziehungen Der Band „Effektivität und Legitimität der Tarifauto…

Quelle: “Legitimität in den industriellen Beziehungen” – GIRA-Jahrestagung 2016 in Chemnitz | Employment Relations

Arbeitsverhältnisse: Wieder Tote bei Brand in Textilfabrik in Bangladesh

Nach dem verheerenden Großbrand in Dhaka im April dieses Jahres ist es nach kurzer Zeit wieder recht still geworden hinsichtlich der Berichterstattung über die Arbeitsverhältnisse in Bangladesch (und anderswo). Bereits vor zwei Wochen kamen wieder 9 Arbeiterinnen bei einem Brand ums Leben. Laut dem Bericht der „Welt“ handelt es sich um eine Fabrik zur Produktion von Garnen und Stoffen – als Hersteller von ‚Vorprodukten‘ unterliegt diese nicht dem nach dem Katastrophe von Dhaka ausgehandelten Abkommen zur Verbesserung der Sicherheitsstandards. Laut „Zeit Online“ wurde das Unglück durch eine defekte Strickmaschine ausgelöst. Diese sei bereits mehrmals in Brand geraten, konnte aber bisher von den Arbeiterinnen immer selbst gelöscht werden …

Hier geht es zu den beiden Artikeln:

http://www.welt.de/wirtschaft/article120775748/Wieder-Tote-in-einer-Textilfabrik-in-Bangladesch.html

http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2013-10/brand-textilfabrik-bangladesch-tote

Staatsphobie und Lobbyismus – Zur Arbeit der Tabaklobby in Brüssel

In der Südeutschen Zeitung fand sich vor kurzem ein instruktiver Bericht zur Lobbyarbeit – höflicher: Stakeholder-Management – der Tabakunternehmen im Vorfeld der Verabschiedung der neuen Tabakproduktrichtlinie im Europäischen Parlament:

http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/lobbyisten-in-der-tabakindustrie-rot-wie-risiko-1.1788444

Interessant ist erstens die Akribie, so etwa das Erstellen von Kurzbiografien und das Sammeln privaten Details über die Parlamentarier, welche als relevant für das Entscheidungsverhalten angesehen wurden.

Zweitens ist das zentrale Argument der Industrie von analytischen Interesse – die Rede vom Bevormundungsstaat. Damit wird wieder ein grundlegendes Motiv der liberalen Programmatik aktiviert – welcher von Foucault in den Vorlesungen zur Gouvernementalität auch als ‚Staatsphobie‘ (‚es wird immer zuviel regiert‘) diskutiert wird. Die ‚Staatsphobie‘ scheint eine universell einsetzbare diskursive Waffe zu sein (wie auch der öffentliche Diskurs im Zuge der der globalen Finanzkrise anzeigte) – ein leerer Signifikant. Nun  muss man hierbei nicht beim (neo-)liberalen Diskurs stehenbleiben – auch bei Lenin (‚Staat und Revolution‘) war vom Absterben des Staates die Rede. Der damit verbundene gesellschaftliche Entwurf war gleichwohl ein anderer …

Aktien im Tausch gegen Arbeitnehmerrechte? Neue Vorschläge aus Großbritannien

In der Online-Ausgabe der taz findet sich ein interessanter Artikel über die Vorschläge von Schatzkanzler Osborne, die Ausgabe steuerbefreiter Aktien im Tausch gegen einen Verzicht auf Arbeitnehmerrechte (etwa in den Bereichen Kündigung oder Mutterschutz) zu fördern. Nicht verwunderlich wäre, wenn derartige Pläne unter dem Motto „Werde Miteigentümer“ propagiert würden. Was aber, wenn diese Pläne bei den Beschäftigten auf Zustimmung stoßen?

http://taz.de/Schnaeppchen-fuer-Arbeitgeber/!103215/

Commons – Neuer Sammelband

Vor einiger Zeit habe ich hier auf den Klassiker von Elinor Ostrom „Die Verfassung der Allmende“ verwiesen. Dass im Kontext der Krise der Idee der Commons / Gemeingüter eine Renaissance erlebt, zeigt auch der umfangreiche, von Silke Helfrich und der Heinrich-Böll-Stiftung herausgegebene Sammelband unter dem Titel „Commons: Für eine Politik jenseits von Markt und Staat“.

Der Band ist als Printausgabe bei Transcript bestellbar und unter einer Creative-Commons Lizenz (CC-BY-SA) erschienen und darf beliebig oft vervielfältigt, bearbeitet und uneingeschränkt verbreitet werden. Der Zugang zum Inhalt des Buches ist frei. Hier geht es zur elektronischen Ausgabe des Buches:

http://www.boell.de/publikationen/publikationen-commons-fuer-eine-neue-politik-jenseits-von-markt-und-staat-14395.html