Schlagwort-Archiv: Universität

Return to Meaning – A Social Science with Something to Say. New Book by Mats Alvesson, Yiannis Gabriel and Roland Paulsen

Sounds like an interesting and relevant piece of work …

„The  explosion  of  published  outputs,  at  least
in  social  science,  creates  a  noisy,  cluttered
environment which makes meaningful research
difficult, as different voices compete to capture
the limelight even briefly.  Publishing comes to
be seen as a game of hits and misses, devoid
of intrinsic meaning and value, and of no wider
social uses whatsoever. Academics do research
in order to get published, not to say something
socially  meaningful.  This  is  what  we  view  as
the  rise  of  nonsense  in  academic  research,
which  represents  a  serious  social  problem.  It
undermines the very point of social science.
This  book  argues  that  we  are  currently
witnessing not merely a decline in the quality
of social science research, but the proliferation
of meaningless research, of no value to society,
and  modest  value  to  its  authors  –  apart  from
securing employment and promotion“

More information at Oxford University Press: www.oup.com

Master-Studiengang „Diversitätsforschung“ an der Universität Göttingen

Zum Wintersemester 2016/17 ist in Göttingen der Master-Studiengang „Diversitätsforschung“ gestartet.

Bewerbungen für das Sommersemester 2017 sind bis 15. November 2016 möglich.

Wie können individuelle Teilhabechancen gesichert und gesellschaftliche Integrationsaufgaben gelöst werden? Die Diversitätsforschung sucht unter anderem darauf Antworten, indem sie die Konstruktion sozialer Gruppen, Mechanismen von Ex- und Inklusion sowie soziale Umgangsweisen mit Differenz untersucht. Im Zentrum des neuen forschungsorientierten Studiengangs steht die Entwicklung und Bearbeitung ungleichheitsrelevanter Fragestellungen. Weitere Informationen zum Studiengang findet man im Internet unter http://www.uni-goettingen.de/de/526346.html.

Wissenschaft – Exzellente Entqualifizierung: Das neue akademische Prekariat

In den Blättern für deutsche und internationale Politik schreibt Britta Ohm über das neue akademische Prekariat, neoliberale Mantras und Entsolidarisierung im Wissenschaftsbetrieb. Lesenswert!

https://www.blaetter.de/archiv/jahrgaenge/2016/august/exzellente-entqualifizierung-das-neue-akademische-prekariat

Critical Performativity virtual special issue from Human Relations – freier Zugang bis 20. März 2016

Das Journal Human Relations hat ein virtuelles Special Issue zur Thematik Critical Performativity freigeschalten. Eine gute Gelegenheit, eine der aktuellen Debatten in den Critical Management Studies nachzuvollziehen. Das Special Issues enthält auch den inzwischen klassischen Beitrag von Fournier und Grey zur Programmatik der CMS:

http://hum.sagepub.com/site/misc/VSI/critical_performativity.xhtml

Derrida – Die ‚kommende Universität‘?

Gestern vor zehn Jahren verstarb Jaques Derrida. In der taz findet sich ein kleiner, aber instruktiver „Erinnerungsartikel“ (http://www.taz.de/!147236/). Dass es in ‚akademischen Gefilden … heute etwas still um ihn geworden‘ ist, lässt sich wohl auch für die Organisationsforschung konstatieren. Wer dennoch an möglichen Einsätzen des Derrida‘schen Denkens für die Organisationsforschung – nicht zuletzt in ihrer kritischen Gestalt – interessiert ist, der/die sei nach wie vor verwiesen auf Günther Ortmanns Buch „Dekonstruktion und Welterschließung“. Dort findet sich auch eine luzide Auseinandersetzung mit der Kritik an Derrida und Co.

Auf arte wurde zum Gedenken eine Dokumentation über Derrida ausgestrahlt. Hier der Verweis auf die Mediathek:

http://www.arte.tv/guide/de/052734-000/jacques-derrida-oder-der-mut-zum-denken

Abschließend ein Hinweis auf einen kleineren, m.E. einen für die Reflexion über die Situation der Universität erst noch zu entdeckenden Text, erschienen im Jahr 2001. Unter dem Titel „Die unbedingte Universität“ lässt sich lesen, dass die Universität eine „unbedingte Freiheit der Frage und Äußerung“ (S.10) genießen sollte, dass „[d]ie Universität also auch der Ort sein [müsste], an dem nichts außer Frage steht“ (14). In der Idee einer ‚kommenden Universität’ steckt zugleich mögliche Stärke, aber auch die Schutzlosigkeit gegenüber äußeren Mächten. Der mit dieser Idee verbundene „unbedingte Widerstand der Universität“ bringt diese in Opposition zu den ökonomischen, medialen, religiösen etc. Mächten und bleibt – bei allen (auch begrifflichen und ontologischen) Schwierigkeiten – dem verpflichtet, was man Aufklärung und Humanisierung nennen kann.

Studie zur Juniorprofessur

Jüngst wurden die Ergebnisse einer Umfrage der Deutschen Gesellschaft Juniorprofessur zur aktuellen Situation der rund 1500 Juniorprofessor_innen in Deutschland veröffentlicht. Insbesondere für diejenigen Stelleninhaber_innen, deren Stellen in den nächsten 1-2 Jahren auslaufen, stellt sich die Situation als problematisch dar:

Rund die Hälfte aller Juniorprofessoren, deren Amt in diesem oder im nächsten Jahr auslaufen wird, ist mit ihrer persönlichen und beruflichen Situationunzufrieden. Zwei Drittel wissen noch nicht, ob sie im Anschluss an ihre endende Juniorprofessur eine Stelle finden werden.

Interessant – und womöglich wenig überraschend – ist dabei der Befund, dass die unsichere Beschäftigungslage zur Zurückhaltung hinsichtlich des Einnehmens kritischer Positionen und der Formulierung von Widerspruch ist -sowohl gegenüber Autoritäten als auch in inhaltlicher Hinsicht. Dazu passt die in der Zusammenfassung der Studie genannte Empfehlung des Wissenschaftsrates:

Immerhin beiläufig weist der Wissenschaftsrat in seinen „Empfehlungen zu Karrierezielen und -wegen an Universitäten“ vom 11. Juli 2014 darauf hin, dass nur eine unbefristete Beschäf-tigung oder ein verlässlicher Tenure Track „das selbstbewusste Vertreten eigener Meinungen, den öffentlichen Widerspruch zu Autoritäten und die Bearbeitung risikobehafteter Themen“ ermöglichen (S. 77 f.).

Not und Prekarität, so scheint es, lehrt also nicht unbedingt denken.

Zur Zusammenfassung der Studie:

https://www.academics.de/wissenschaft/juniorprofessur-unzufrieden-und-unsicher_57316.html

Gibson Burrell im Interview – Ein kritischer Blick auf die jüngere Organisationsforschung

Der Organisationsforscher Gibson Burrell spricht in einem 2013 aufgezeichneten Interview über die Entwicklung der Organisationsforschung in den letzten Jahrzehnten. Unter anderem konstatiert Burrell einen zunehmenden Individualismus in der Forschung und die Verdrängung des Selbstverständnisses einer „community of scholars“. Nicht zuletzt steht dies aus Sicht Burrells mit dem herrschenden Publikationsbetrieb im Zusammenhang. Dazu passt dann auch die Beobachtung, dass immer mehr geschrieben, aber immer weniger gelesen wird.

Das ganze Interview findet sich hier:

Herzlichen Dank an Werner Nienhüser für den Hinweis auf dieses Interview!

Filme über Gesellschaft, Organisation, Management etc. pp. – „The Sociological Cinema“

Eine wirklich sehr schöne Seite mit vielen interessanten Filmausschnitten und -verweisen mit entsprechenden Hintergründen und Diskussionen zu einer Vielzahl soziologischer  Themen – geeignet nicht nur für die Lehre … :

http://www.thesociologicalcinema.com/

the culture of productivity vs. a culture of ideas | orgtheory.net

Auf orgtheory.net findet sich dieser interessante Verweis auf und eine Diskussion über das kritische Resümee von David Courpasson als Editor von Organization Studies:

the culture of productivity vs. a culture of ideas

David Courpasson is finishing his term as the editor of Organization Studies, the official publication of the European Group for Organizational Studies (EGOS). As a parting gift, he wrote an essay about what he feels is right and wrong (okay, mostly wrong) about the current state of organizational scholarship. The essay is provocative and a bit pessimistic, although not unfairly so. One of the major problems plaguing our field, Courpasson believes, is the development of a culture of productivity in social science, which seems to have most severely infected organizational and management research. In this culture of productivity, scholarship is not evaluated based on relevance or the quality of ideas but rather on the sheer volume of research that a scholar can produce. Professors are compelled to write lots of journal articles, and they push them out quickly in order to boost the length, but not necessarily the quality, of their CVs. Although he doesn’t mention it, this culture of productivity seems to have numerous institutional sources, including the practice of many departments that determine merit raises and tenure cases by “number counting” (i.e., deciding that someone deserves tenure based on the number of “A journal publications” the person has produced). …“

Hier geht es zum gesamten Eintrag:

the culture of productivity vs. a culture of ideas | orgtheory.net