Kategorie-Archiv: Organisation

„Organisation und Kritik“ – Publikation

Michael Bruch, Wolfram Schaffar und Peter Scheiffele haben im Verlag Westfälisches Dampfboot den Sammelband „Organisation und Kritik“ herausgegeben. Dazu heißt es:

„Mit Fokus auf dem gesellschaftlichen Konstruktionsprozess von Organisation hinterfragen die Beiträge dieses Bandes denselben aus verschiedenen Perspektiven kritisch. Dabei werden die vorherrschenden Vorstellungen über und die Bedeutungen von Organisation sowie die daraus resultierenden Kritikund Praxisformen thematisiert. Insbesondere geht es um die Frage, welche theoretischen und politischen Effekte sich mit der hegemonialen Sichtweise von Organisation verbinden. Neben der (A) historischen Genese von Organisation als einer historisch spezifischen Denk- und Praxisform gesellschaftlicher Ordnungsbildung und Regulation sowie ihrer besonderen Bedeutung für die Funktionsweise der bürgerlich-kapitalistischen Gesellschaft ist (B) die Untersuchung der politischen Kämpfe und Konflikte, die sich mit dem gesellschaftlichen Konstruktionsprozess von Organisation verbunden haben, ein wichtiges Feld. Dabei sollen sowohl die „treibenden“ Akteure und ihre Motive als auch die Kritiken und die damit verbundenen Gegenentwürfe zu Organisation in den Blick genommen werden. (C) Die Untersuchung des Zusammenhangs von Organisation und sozialen Bewegungen soll Klarheit bringen, in welcher Art und Weise in den historischen, gegenwärtigen – auch außereuropäischen – sozialen Bewegungen Organisation thematisiert wird und welche Konsequenzen dies für die Formen politischer Kämpfe hat.“

Hier geht es zum Inhaltsverzeichnis des Bandes:

http://www.dampfboot-verlag.de/buecher/869-7.html

Zuletzt ist zu erwähnen, dass der Autor dieser Seite für den Band selbst einen Beitrag verfasst hat, in welchem eine (kritische) Bestandsaufnahme der „Critical Management Studies“ unternommen wird.

In eigener Sache: Workshop „Foucault und Organisation“

Am 19. und 20. Mai 2011 findet der zweite Workshop des Forums in Chemnitz statt. Dabei bilden konzeptionelle Fluchtlinien und empirische Perspektiven im Anschluss an Michel Foucault im Zusammenhang mit Veränderungen in und von Organisationen den diesjährigen Schwerpunkt. Zur Diskussion stehen insb. Studien zur (neoliberalen) Gouvernementalität und zu Anrufungen des Subjekts, zu Praktiken des Widerstands und der Heterotopie sowie diskurs- und dispositivanalytisch orientierte Arbeiten. Über die positive Aufnahme des Themas, die zahlreichen Einreichungen, Anfragen zur Teilnahme und schließlich auch über die konzeptionelle Breite der Beiträge haben wir uns sehr gefreut. Themen und Vortragende sind im Einzelnen:

  • Zwischen Organisationskultur und Organisationsmerkmalen: zeitgenössische Universitätsreform und unternehmerischer Aktivitätsmodus (Anna Kosmützky / Michael Borggräfe, Universität Kassel und DHV Speyer)
  • Lernservice-Infrastruktur – cui bono? Die Re-Organisation des Bildungssystems als Modus einer neoliberalen Gouvernementalität (Niels Spilker, FU Berlin)
  • Projektmanagement als Regierungsform (Yannick Kalff, Friedrich-Schiller-Universität Jena)
  • Zur Konstitution des Emotionsarbeiters (Daniela Rastetter, Universität Hamburg)
  • Diskurs- und Dispositivanalyse am Beispiel „Frauenquote“ (Gertraude Krell, FU Berlin)
  • „Catch me, if you can!“, shouts Homo oeconomicus … (Isabell Collien, FU Berlin)
  • Re-constructing age images in UK and Germany: Corporate and socio-politcal actors‘ rhetoric on age (management) discourses (Barbara Sieben / Heike Pantelmann / Michael Müller-Camen / Matt Flynn / Heike Schröder, FU Berlin und Middlesex University Business School)
  • „Emancipation from standards – Process management in the software development and its influence on technical innovations“ (Andrea Fried / Ronny Gey / Agnieta Pretorius / Lars Günther / Petrie Coetzee, TU Chemnitz und Tshwne University of Technology)
  • „Kritische Dekonstruktion“? – Ein paar Gedanken zum kritischen Potential des Sozialkonstruktivismus (Ingo Winkler , Universität Southern Denmark)
  • „Am Ende des Tages ist man immer auf sich gestellt.“ Macht und Widerstand in Medienunternehmen analysiert aus Sicht der Foucault Perspektive (Anne-Kristin Lehmann / Irma Rybnikova, TU Chemnitz)
  • Ausschließung, Einsperrung und vollkommen Anderes: Schulische Organisationen zwischen Heterotopien und panoptischen Blicken (Ina Herrmann, Universität Duisburg-Essen)

Das ganze Programm findet sich als PDF unter „Aktivitäten“.

Ein Buch zur Lage – Fukushima, Asse, Gorleben …

Jenseits der wieder abgeschalteten Newsticker möchte ich einen Klassiker zur (Wieder-)Lektüre empfehlen – Günther Anders „Die Antiquiertheit des Menschen“:

„Denn die Zukunft „kommt“ nicht mehr; wir verstehen sie nicht mehr als „kommende“; wir machen sie. Und zwar machen wir sie eben so, dass sie ihre eigene Alternative: die Möglichkeit ihres Abbbruchs, die mögliche Zukunftslosigkeit, in sich enthält. Auch wenn dieser Abbruch nicht morgen schon eintritt – durch dasjenige, was wir heute tun, kann er übermorgen eintreten oder in der Generation unserer Urenkel oder im „siebten Geschlecht“. Da die Effekte dessen, was wir heute tun, bleiben, erreichen wir also heute schon diese Zukunft; womit gesagt ist, dass sie in pragmatischen Sinne bereits gegenwärtig ist.“ (‚Über die Bombe und die Wurzeln unserer Apokalypse-Blindheit. In: Antiquiertheit des Menschen 1, S.282f.)

„Womit gesagt ist, dass wir zu versuchen haben, uns, über uns selbst hinausgreifend, des zeitlich Fernsten zu versichern und dieses in Evidenz zu halten. „Die Ungeborenen“, heißt es im Molussischen, „begrüße als deine Nachbarn.“ (ebd.)

Kritische Ressourcen – Arbeit

Unter der Kategorie „Arbeit“ wurden zwei Klassiker der Arbeitsprozesstheorie / LPD neu aufgenommen:

Burawoy, Michael (orig. 1982): Manufacturing Consent. Changes in the Labor Process under Monopoly Capitalism.

Edwards, Richard (orig. 1979): Contested Terrain. The Transformation of the Workplace in the Twentieth Century.

Aktivitäten -Winterkolloquium 2011

Im Januar 2011 fand erstmalig das Winterkolloquium des Forums an der Technischen Universität Chemnitz statt. Für die Vortragsreihe konnten drei Referenten und Referentinnen gewonnen werden. Dies waren die Termine und Themen:

6.01.2011

Prof. Dr. Klaus Dörre (Universität Jena): „Academic Capitalism oder: Das Dilemma der unternehmerischen Universität“

Zeit: 19:00-20:30 Uhr               Ort: Thüringer Weg 7 / K012

20.01.2011

Prof. Dr. Gertraude Krell (Freie Universität Berlin): „Gender Marketing: Ideologiekritische Diskursanalyse einer Kuppelproduktion“

Zeit: 19:00-20.30 Uhr               Ort: Neues Hörsaalgebäude / N105

27.01.2011

Dr. Timo Luks (Technische Universität Chemnitz): „Der Betrieb als Ort der Moderne. Zur Geschichte von Industriearbeit, Ordnungsdenken und Social Engineering im 20. Jahrhundert“

Zeit: 19:00-20:30 Uhr               Ort: Thüringer Weg 7 / K012

Aktivitäten – Zweiter Workshop des Forums: Aufruf zur Einreichung von Beiträgen

Vom 19.-20. Mai 2011 findet der zweite Workshop des Forums an der Technischen Universität Chemnitz statt. Thematischer Schwerpunkt bildet das Werk von Michel Foucault und dessen Anschlüsse für und an eine kritische Organisationsforschung. Willkommen sind natürlich auch alle anderen Beiträge zur kritischen Auseinandersetzung mit Formen des modernen Organisierens und Managements. Die Call gibt es hier zum Download:

Zweites Forum „Kritische Organisationsforschung“ – CfP