Gemeinnützige Genossenschaft als Rechtsform für Alternativbetriebe

Die Frage möglicher Rechtsformen und den damit verknüpften partizipativen und basisdemokratischen Elementen ist bedeutsam für alternative Organisationsformen. Die gemeinnützige Genossenschaft stellt eine Möglichkeit dar – hierzu ein knapper Bericht über den zu den Höfen der solidarischen Landwirtschaft (SoLAWi) zählenden Vauß-Hof in der Zeitschrift contraste:

http://www.contraste.org/index.php?id=269

Gesellschaft für sozioökonomische Bildung und Wissenschaft (GSÖBW)

Im Oktober 2016 wurde die Gesellschaft für sozioökonomische Bildung und Wissenschaft (GSÖBW) (Association for SocioEconomic Education and Research) gegründet. Ziel ist die Förderung einer pluralistischen und interdisziplinären Ausrichtung der Lehre und Forschung in den Wirtschaftswissenschaften. Aus der Gründungserklärung des Vereins:

„Der Ruf nach interdisziplinärem Denken und Forschen steht auf der öffentlichen Agenda seit einigen Jahren weit oben. Die Gesellschaft für sozioökonomische Bildung und Wissenschaft (GSÖBW) trägt den Forderungen nach einer Erneuerung der wirtschaftswissenschaftlichen Forschung und Lehre Rechnung. Ihrem Selbstverständnis nach stellt sich sozioökonomische Bildung und Wissenschaft weniger als eine Natur-, son­dern vielmehr als eine multiparadigmatische Sozialwissenschaft dar. Sie verpflichtet sich den Prinzipien der Interdisziplinarität, Pluralität und Kontroversität ebenso wie der permanenten ethischen Reflexion. Dies betrifft die Lehre an den Hochschulen ebenso wie den Unterricht an Schulen, verbreitet sich die Forderung nach (mehr) Pluralismus doch vielmehr institutionenübergreifend.“

Zur Tätigkeit des Vereins zählen auch jährliche Fachtagungen. Die 2. Jahrestagung der GSÖBW zum Thema „Historizität und Sozialität in der sozioökonomischen Bildung“ findet vom 27.2-1.3.2018 in Tutzing statt.

Zur Homepage: https://soziooekonomie-bildung.eu/

Als Einstieg in das Feld der Sozioökonomie empfiehlt sich zudem:

Hedtke, Reinhold (Hrsg.) (2015): Was ist und wozu Sozioökonomie? Wiesbaden: Springer VS.

http://www.springer.com/de/book/9783531198521

 

Diskurs und Ökonomie #22: Die manövrierunfähigen Tanker der Ökonomie

Für Jürgen Link (2009, S. 368ff.) spielen im Bereich der Kollektivsymbole die ‚technischen Vehikel‘ (Schiff, Eisenbahn, Auto, Flugzeug, Raum-Schiff) und die Körpersymbolik eine quantitativ als auch qualitativ überragende Rolle. An früherer Stelle wurde etwa auf die Auto-Symbolik und auf Körpersymbolik im Sinne von bedrohlichen Krankheiten (Virus) als Form der Symbolisierung der Ökonomie verwiesen. Nun liefert die TAZ in einem Kommentar zum ‚Dieselgipfel‘ ein schönes Beispiel für die Schiffssymbolik. Über die Autokonzerne heißt es:

„Sie sind wie manövrierunfähige Tanker, die nur geradeaus fahren können. Vielleicht können sie aus eigener Kraft noch minimal abbremsen. Aber sie steuern unweigerlich auf die Klippe zu. Die betrügerische Bande wird aus falsch verstandenem Selbsterhaltungstrieb weitermachen, auflaufen und untergehen. Jeder weiß das.“ (TAZ vom 3.08.2017, S.1)

Hervorgerufen wird erstens das Bild schierer Größe und auch Trägheit. Die ‚Manövrierunfähigkeit‘ verstärkt dieses Bild, insofern eine ganze Industrie nun unkontrollierbar auf die Katastrophe, die Klippe (des Ruins) zufährt. Kein Verantwortlicher, keine(r) welcher die Unternehmen ‚manövrierfähig‘ machen und ‚lenken‘ könnte, scheint in Sicht. Was hier fehlt ist der oftmals in diesem Bildbereich anzutreffende ‚Steuermann‘ oder auch der ‚Kapitän‘, welcher vielleicht den ‚Stürmen der Globalisierung‘ oder dem ‚Tsunami‘ der Krise trotzt, gelegentlich aber auch einmal ‚das Schiff verlässt‘. Niemand ist also in diesem Beispiel zunächst zu finden, den man womöglich zur Verantwortung ziehen könnte – die schiere Größe und Schwerfälligkeit scheinen dem entgegenzustehen.

Dann aber ein Bildbruch, eine Katachrese: Aus den Tankern werden ‚betrügerische Banden‘, welche ‚untergehen‘. Oder sollte die Schiffsbesatzung gemeint sein? Aber auch hier nur ein generischer kollektiver Akteur. Zudem nun das Bild von Kriminellen, zu verstehen als Abweichung von der ökonomischen Normalität.

In all dem verdichtet wird das Drama einer Branche entworfen, deren Untergang man beiwohnt. Mal wieder Titanic, diesmal aber ohne Glamour. Deutlich wird auch hier die Affektbesetzung – der Thrill – des ökonomischen Diskurses, welcher sich subjektiv in Besorgnis, Panik, Hoffnung oder Optimismus transformiert.

Da ist es dann – kritisch gewendet – schon verwunderlich, wie agil man hinsichtlich von Umtauschprämien für alte Diesel agiert, wie agil man auch am ‚Dieselgipfel‘ beteiligt war. Man sollte also vorsichtig damit sein, einem Tanker – wenn man denn diesem Bild folgen möchte – allein Schwerfälligkeit zuzusprechen. Er ist auch ein Symbol – wenn auch nicht in diesem TAZ-Kommentar – von ökonomischer und politischer Macht.

Quelle

Link, Jürgen (2009): Versuch über den Normalismus. Wie Normalität produziert wird. 4. Aufl. Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht.

Workshop „Ästhetik und Organisation“ – Programm und Anmeldung

Das Programm steht und ab sofort kann man sich für den 5. Workshop des Forums „Kritische Organisationsforschung“ zum Thema „Ästhetik und Organisation – Inszenierung und Ästhetisierung von Organisation, Arbeit und Management“ anmelden!

Der Workshop findet am 5.-6. Oktober 2017 an der Universität Duisburg-Essen statt. Die Organisatoren sind PD Dr. Ronald Hartz (Technische Universität Chemnitz), Prof. Dr. Werner Nienhüser (Universität Duisburg-Essen) und Jun.-Prof. Dr. Matthias Rätzer (Technische Universität Chemnitz).

Hier gibt es alle Informationen zum Programm und zur Anmeldung:

Programm

Workshop-Programm zum Download: Workshop 2017_Programm

Anmeldung

Für TeilnehmerInnen mit institutioneller Anbindung fällt eine Tagungsgebühr von 40 EURO an. Für Studierende sowie für TeilnehmerInnen ohne institutionelle Anbindung entfällt die Tagungsgebühr.

Anmeldeschluss für die Tagung ist der 15. September!

Hier geht es zum Anmeldeformular: Anmeldung

Übernachtung

Für die TeilnehmerInnen haben wir im BfZ Bildungshotel ein begrenztes Zimmerkontingent für 2 Übernachtungen (4.-6. Oktober, 53 EURO je Übernachtung mit Frühstück) reserviert. Vom Hotel ist die Universität in ca. 10 Gehminuten erreichbar. Das Zimmerkontingent steht bis zum 30.09. zur Verfügung, eine frühzeitige Reservierung wird jedoch empfohlen. Bitte bei der Reservierung das Stichwort Forum „Kritische Organisationsforschung“ angeben.

Kontaktdaten BfZ Bildungshotel

Bfz-Essen GmbH | Bildungshotel
Eingang: Blücherstraße 1
Postanschrift:
Karolingerstraße 93
45141 Essen

Telefon:+49 201 3204-243
Telefax: +49 201 3204-277
E-Mail: bildungshotel@bfz-essen.de

WWW: http://www.bildungshotel-essen.de/index.html

Tagungsort

Der Workshop findet am Campus Essen der Universität Duisburg-Essen statt im Gebäude S06 (Rotationsgebäude) im Raum S06 S01 B06 statt.

Lageplan Campus Essen mit Rotationsgebäude:

https://www.uni-due.de/de/universitaet/gebaeude_essen_s06s.php

Arbeit und Wertschöpfung im digitalen Kapitalismus – PROKLA 187

Hier das Inhaltsverzeichnis der interessanten aktuellen Ausgabe der PROKLA (http://www.prokla.de/):

Arbeit und Wertschöpfung im digitalen Kapitalismus (Juni 2017)
Moritz Altenried: Die Plattform als Fabrik. Crowdwork, Digitaler Taylorismus und die Vervielfältigung der Arbeit
Martin Ehrlich, Thomas Engel, Manfred Füchtenkötter und Walid Ibrahim: Digitale Prekarisierung. Neue Verwundbarkeiten und Abwertungsprozesse in der Industriearbeit
Jobst Gaus, Christopher Knop und David Wandjo: Marktkopplung und Ablaufdeterminismus. Eine Kritik am Demokratisierungsversprechen der Industrie-4.0-Diskussion
Eva-Maria Raffetseder, Simon Schaupp und Philipp Staab: Kybernetik und Kontrolle. Algorithmische Arbeitssteuerung und betriebliche Herrschaft.
Georg Barthel und Jan Rottenbach: Reelle Subsumtion und Insubordination im Zeitalter der digitalen Maschinerie. Mit-Untersuchung der Streikenden bei Amazon in Leipzig
Stefania Animento, Giorgio Di Cesare und Cristian Sica: Total Eclipse of Work? Neue Protestformen in der gig economy am Beispiel des Foodora Streiks in Turin
Florian Butollo und Yannick Kalff: Entsteht der Postkapitalismus im Kapitalismus? Eine Kritik an Masons Transformationsstrategie
Außerhalb des Schwerpunkts
Christian Christen: Der neoliberale Rentenkonsens in Deutschland und seine Genese. Von der Lebensstandardsicherung zur Altersarmut für Millionen
Ewgeniy Kasakow: Bewegung versus Avantgarde? Mythologie der linken Debatten über die Russische Revolution 1917

CfP SI Organization Studies: Organizational control and surveillance of new work practices

Abstract from the Call:

Organization Studies, the official journal of the European Group for Organizational
Studies  (EGOS),  invites  submissions  for  a  Special  Issue  that  seeks  to  advance
research  on  organizational  control  and  surveillance  of  and  through  new  work
practices.

[…]

The emergence of new work practices and workplaces, as shown by the joint search
for  more  mobility,  openness  (e.g.  with  open  innovation),  horizontality  (e.g.  with coworking  practices  and  collaborative  entrepreneurship),  digital  and  collaborative
practices (including more and more external stakeholders, e.g. customers and citizens,
in the co-production of services), has raised new questions of organizational control,
and  surveillance.  In  a  global  context  marked  by  the  invisible  revolution  of
surveillance  capitalism  (Zuboff,  2015)  and  the  resurgence  of  risk  (Beck,  1992),
security fears and terror, which have re-legitimized the need for close surveillance and
control, new work practices and workplaces have transformed the ‘premises of human
involvement in organizations’ (Kallinikos, 2003, p. 595), as well as the mechanisms
and  conditions  of  control  and  surveillance.  In  particular,  work  transformations
(project-based  work,  teleworking,  distributed  work  arrangements,  collaborative
entrepreneurship and the emergence of third and collaborative practices and spaces,
e.g.  coworking  spaces,  maker  spaces,  innovation  labs)  are  revealing  how  work
increasingly  gets  performed  outside  the  typical  physical,  spatial  and  temporal
boundaries of the organization or within the context of third spaces and liminal spaces
(Oldenburg,  1989;  Garrett  et  al.,  2017;  Sewell  and  Taskin,  2015;  Spinuzzi,  2012;
Waber et al., 2014; Johns and Gratton, 2013).

[…]

Guest Editors :  
François-Xavier de Vaujany (Université Paris-Dauphine, France)
Aurélie Leclercq-Vandelannoitte (CNRS, LEM UMR 9221, IESEG School of
Management, France)
Iain Munro (Newcastle University Business School, United Kingdom)
Yesh Nama (RMIT University, Australia)
Robin Holt (Copenhagen Business School)

Deadline for paper submissions: June, 29th 2018

Call for Papers: Call for papers_Proposal Special Issue_Organization Studies_Control_New Work Practices

 

 

Final Reminder: CfP „Ästhetik und Organisation“ – Deadline 7. Juli

Für unseren 5. Workshop „Kritische Organisationsforschung“ zum Thema „Ästhetik und Organisation – Inszenierung und Ästhetisierung von Organisation, Arbeit und Management“ am 5.-6. Oktober 2017 an der Universität Duisburg-Essen können noch bis zum 7. Juli Beiträge in Form von Short Papers eingereicht werden.

Hier der Call: CfP Ästhetik und Organisation_KOF_2017_3

CfP „Organisation und Verantwortung“ – Tagung und Pre-Conference der Kommission Organisationspädagogik

Nicht nur für alle an CSR, CMS und kritischer Organisationsforschung Interessierten: Hier der interessante Call der Tagung der Kommission Organisationspädagogik am 1./2. März 2018 an der Universität Linz:

CfP Organisation und Verantwortung 2018

Und hier der Call für die vorausgehende Nachwuchstagung:

Forum Pädagogische Organisationsforschung 2018_Call for Abtsracts

Return to Meaning – A Social Science with Something to Say. New Book by Mats Alvesson, Yiannis Gabriel and Roland Paulsen

Sounds like an interesting and relevant piece of work …

„The  explosion  of  published  outputs,  at  least
in  social  science,  creates  a  noisy,  cluttered
environment which makes meaningful research
difficult, as different voices compete to capture
the limelight even briefly.  Publishing comes to
be seen as a game of hits and misses, devoid
of intrinsic meaning and value, and of no wider
social uses whatsoever. Academics do research
in order to get published, not to say something
socially  meaningful.  This  is  what  we  view  as
the  rise  of  nonsense  in  academic  research,
which  represents  a  serious  social  problem.  It
undermines the very point of social science.
This  book  argues  that  we  are  currently
witnessing not merely a decline in the quality
of social science research, but the proliferation
of meaningless research, of no value to society,
and  modest  value  to  its  authors  –  apart  from
securing employment and promotion“

More information at Oxford University Press: www.oup.com