Anmerkungen zum Diskurs des Ökonomischen – Teil 4: Gaspedal und Handbremse

Ein jüngst im Deutschlandfunk gesendetes Interview mit dem Wirtschaftswissenschaftler Max Otte (http://www.deutschlandfunk.de/weltwirtschaft-lage-ist-so-ernst-wie-seit-jahrzehnten-nicht.694.de.html?dram:article_id=300211) verweist auf den interdiskursiven Import aus dem Feld Verkehr. Bereits für Jürgen Link gehörten diese Importe zum festen Symbolvorrat der Beschreibung des gesellschaftlichen Fortschritts – man denke an die Wachstumslokomotive und die Konjunkturbremse. In schöner Formulierung findet sich dies nun auch bei Otte:

„Wir haben zwar auch die Politik des billigen Geldes der Notenbanken, das ist das Gaspedal. Gleichzeitig ziehen wir dann die Handbremse mit dem Stabilitätspakt.”

Das dies ‚schizophren‘ sei, wird somit wohl auch jedem/er mit den Grundaspekten der automobilen Fortbewegung vertrauten Hörer/in des Deutschlandfunks klar. Was mir bemerkenswert erscheint, ist das Beharrungsvermögen solcher Symbolik. Steht das Automobil – angesichts dessen fragwürdiger ökologischer Bilanz und der fast alltäglichen Stauerfahrung – nach wie vor für die Idee des Vorwärtskommens, mehr noch des Fortschritts? Ist analog der Status der ‚Lokomotive‘ – angesichts des fast alltäglichen Spotts und des Anekdotenreichtums über die Deutsche Bahn – nicht längst ein anderer?

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